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Expo in Brandenburg? - Schönefeld sieht Chancen

Eine Weltausstellung in der Brandenburger Flughafengemeinde Schönefeld? Das schlägt Berlins Regierender vor. Für Schönefelds Bürgermeister ist das eine Option.

31.01.2026

Der Bürgermeister von Schönefeld ist offen für die Ansiedlung einer Weltausstellung (Expo) in seiner Gemeinde. In Schönefeld findet bereits die Luftfahrtausstellung ILA statt. (Archivbild)Wolfgang Kumm/dpa

Der Bürgermeister von Schönefeld ist offen für die Ansiedlung einer Weltausstellung (Expo) in seiner Gemeinde. In Schönefeld findet bereits die Luftfahrtausstellung ILA statt. (Archivbild)Wolfgang Kumm/dpa

© Wolfgang Kumm/dpa

Die Debatte um eine Expo in Brandenburg beflügelt auch die Flughafengemeinde Schönefeld. Bürgermeister Christian Hentschel kann sich das dort gut vorstellen. Eine Weltausstellung könne dafür sorgen, dass dringend erforderliche Infrastrukturprojekte in Gang kämen, sagte das parteilose Stadtoberhaupt. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hatte vorgeschlagen, eine mögliche Expo 2035 in Brandenburg rund um den Flughafen BER in Schönefeld auszurichten. 

Hentschel meinte dazu: „Die Flughafenregion bietet ein enormes Wachstumspotenzial für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Entwicklung, dafür ist der Ausbau der Mobilitätsinfrastruktur unabdingbar.“ Er nannte die Verlängerung der U7 aus Berlin (Rathaus Spandau - Rudow), weitere Regionalbahn-Haltepunkte, neue Autobahn-Anschlussstellen, die Entlastung der B 96a über die Jürgen-Schumann-Allee und die Anbindung des Projekts Neocity Dahmestadt mit der Straßenbahn als Beispiele.

Wegner schlägt Fläche am BER vor

Die Debatte über eine Expo in der Metropolregion Berlin-Brandenburg nimmt derzeit wieder Fahrt auf. Berlins Regierender sieht für eine Expo in der Metropolregion großes Potenzial und schlägt eine große Fläche im Bereich Schönefeld dafür vor. Er sagte, er sei mit Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) über eine Bewerbung um die Expo im Gespräch. Priorität für ihn hat aber die Bewerbung für Olympische Spiele, wie er sagte. 

Woidke hatte zurückhaltend reagiert und gesagt, er habe von einer Bewerbung Brandenburgs noch nichts gehört. Das Brandenburger Wirtschaftsministerium bestätigte ein geplantes Gespräch mit Berlin. Schönefeld, das an Berlin grenzt, ist die finanzstärkste Gemeinde Brandenburgs. Dort ist der Flughafen BER angesiedelt. Seit 1992 findet in Schönefeld alle zwei Jahre die Internationale Luft - und Raumfahrtausstellung statt.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus hält eine Expo für eine zündende Idee. „Ich glaube, unter dem Strich ist das ein wirklicher Entwicklungsbooster“, sagte IHK-Präsident Jens Warnken dem RBB. „Wenn man die Chance nicht nimmt, das zu Ende zu diskutieren und vor allen Dingen erstmal zueinanderzufinden, vergibt man sich was.“

Ideen für eine Expo 2035 in Berlin

Die bisher letzte Expo in Deutschland war im Jahr 2000 in Hannover, die weltweit letzte Expo 2025 in Osaka in Japan. Eine Bewerbung für eine Expo in Deutschland müsste die Bundesregierung beim Bureau International des Expositions (BIE) in Paris einreichen.

In Berlin befürworten die Wirtschaft, SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach und die Grünen eine Bewerbung Berlins oder der Metropolregion um die Expo 2035. Umstritten ist, ob Berlin geeignete Flächen hat. Die Expo 2035 Berlin GmbH, getragen vor allem von der Wirtschaft, sieht das frühere Flughafengelände in Tegel, den Cleantech Park in Marzahn und Flächen rund um den BER als geeignet an.

Der Schönefelder Bürgermeister Christian Hentschel (parteilos) zeigt sich offen für eine Weltausstellung (Expo) in seiner Gemeinde. (Archivbild)Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Der Schönefelder Bürgermeister Christian Hentschel (parteilos) zeigt sich offen für eine Weltausstellung (Expo) in seiner Gemeinde. (Archivbild)Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

© Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa