Schock über Gewalt in Frankfurt - Lage wieder beruhigt
Tausende ziehen friedlich durch Frankfurt, dann fliegen Flaschen, Steine und Böller. Die Polizei löst die Demo auf – doch damit beginnt das Chaos erst.
Brennende Mülltonnen wurden als Barrikaden genutzt.Florian Wiegand/dpa
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Nach den abendlichen Krawallen in Frankfurt hat sich die Lage wieder entspannt. Die Polizei bleibe aber noch die gesamte Nacht zum Sonntag in der Innenstadt stark präsent, sagte ein Sprecher.
Im Anschluss an eine Demonstration hatten Randalierer in der Mainmetropole Polizisten angegriffen und Geschäfte geplündert. Es gab Verletzte, die Polizei nahm mehr als 30 Menschen vorläufig fest. Sogar das Spezialeinsatzkommando der Polizei (SEK) war im Einsatz. Nachdem die Polizei ein Gebiet in der Innenstadt abgesperrt hatte, beruhigte sich die Lage bis zum frühen Sonntagmorgen.
Landesregierung kündigt harte Konsequenzen an
„Ich bin schockiert von den Gewaltexzessen in Frankfurt, die nicht ohne Konsequenzen bleiben werden“, sagte Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. „Wer sich so verhält wie die Angreifer in der Frankfurter Innenstadt, stellt sich außerhalb unserer Gesellschaft. Wir werden Aggressoren, Tätergruppen und Hergang genau bewerten und unsere Schlüsse ziehen.“
Sein Innenminister Roman Poseck (CDU) kündigte ein hartes Vorgehen gegen die Randalierer an. „Wir haben Bilder gesehen, die wir nicht sehen wollten“, sagte er. „Hier hat sich eine verheerende Verbindung von Linksextremisten und gewalttätigen jungen Menschen entladen.“ Mehr als 1.000 Polizisten waren in Frankfurt im Einsatz, sie konnten die Ausschreitungen aber nicht verhindern.
Polizeigewerkschaft erwartete lange Nacht
Das massive Kräfteaufgebot in Frankfurt sei „absolut notwendig“ gewesen, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Hessen, Jens Mohrherr, der Deutschen Presse-Agentur. Das Konzept der Polizei sei im Vorfeld zu Unrecht belächelt worden.
Die GdP hatte bereits am frühen Abend „mit einer langen Nacht“ gerechnet - die es dann auch gab. Mohrherr kritisierte auch die Organisatoren der beiden ursprünglichen Demos. Diese hätten sich nicht ausreichend gegen Gewalt positioniert und damit ihrer Sache „einen Bärendienst erwiesen“.
Wasserwerfer räumten die Straße frei.Florian Wiegand/dpa
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Eine über weite Strecken friedliche Demonstration der Initiativen „Gen Z regelt“ und „Generation Aufbruch“ in Frankfurt war am Samstagabend in zerstörerische Gewalt gemündet. Bis zu 8.000 Menschen beteiligten sich nach Angaben der Polizei zwischenzeitlich an dem Demonstrationszug, der über Stunden mehrere Kilometer durch die Frankfurter Innenstadt unterwegs war. Die Veranstalter sprachen von rund 9.000 Teilnehmern.
Demo nach Flaschenwürfen aufgelöst
Dann wurden Polizisten wiederholt mit Böllern, Flaschen und Steinen beworfen. Die Polizei löste den Demonstrationszug daher um kurz nach 18.00 Uhr auf. Nach ersten Erkenntnissen des hessischen Innenministeriums wurden mehrere Polizisten verletzt. Die Zahl der Verletzten unter den Demonstranten war zunächst nicht bekannt.
„Ich habe immer wieder darauf hingewiesen, dass wir damit rechnen müssen, dass sich linksextremistisches Gewaltpotenzial unter diese Demonstration mischen wird, und so ist es gekommen“, sagte Innenminister Poseck am Samstagabend. „Wir gehen von ungefähr 100 linksextremistisch motivierten Gewalttätern aus. Diese haben die Polizei massiv angegriffen mit Flaschenwürfen, mit Steinen und mit Pyrotechnik.“
Nach Auflösung der Demonstration zogen einzelne Gruppen in die Frankfurter Innenstadt. Es kam daraufhin zu weiteren Scharmützeln zwischen Randalierern und der Polizei sowie chaotischen Szenen, insbesondere im Bereich der Einkaufstraße Zeil zwischen Konstablerwache und Hauptwache. Die Beamten riefen mit Lautsprecherdurchsagen immer wieder dazu auf, die Ansammlungen aufzulösen und sich von Gewalttätern zu distanzieren.
Während der Krawalle kam es auch zu Plünderungen. Boris Roessler/dpa
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Die Initiative „Gen Z regelt“ setzt sich unter anderem für mehr Klimaschutz ein, fordert Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und positioniert sich gegen eine Wehrpflicht. Bundesweit waren für diesen Samstag in mehr als 30 Städten Proteste angekündigt.
Die Polizei war auf der Zeil im Dauereinsatz.Florian Wiegand/dpa
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