Schlichtung soll Tarifstreit im Nahverkehr lösen
Nach mehreren Warnstreiks soll eine Schlichtung wieder Bewegung in die Tarifverhandlungen für den Nahverkehr in Niedersachsen bringen. So ist der Stand.
In mehreren Städten kam es bereits zu Warnstreiks. (Symbolbild)Moritz Frankenberg/dpa
© Moritz Frankenberg/dpa
In den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Nahverkehr in Niedersachsen haben sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite auf eine Schlichtung verständigt. Das teilten der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) Niedersachsen und die Gewerkschaft Verdi nach der sechsten Verhandlungsrunde mit.
Zwei unabhängige Schlichter sollen demnach versuchen, eine Einigung herbeizuführen. Laut Verdi geht es darum, „einen Lösungskorridor in die festgefahrenen Verhandlungen zu bringen“. Wer als Schlichter fungiert, ist noch offen. Ort und Zeit der Schlichtung sollen geheim bleiben.
KAV-Hauptgeschäftsführer Michael Bosse-Arbogast bezeichnete den Schritt beim derzeitigen Stand der Tarifgespräche als sinnvoll und notwendig. Verdi-Verhandlungsführer Marian Drews kritisierte, es gebe seitens der Arbeitgeber kein Entgegenkommen beim Thema Arbeitszeit.
Verdi fordert insbesondere Entlastungen bei der Wochenarbeitszeit und den Schichtdiensten sowie mehr Urlaubstage und höhere Zuschläge für die Arbeit am Wochenende. Der KAV hatte vor den jüngsten Verhandlungen seinerseits darauf verwiesen, dass die Arbeitgeber bereits einen zusätzlichen Urlaubstag von 2027 an anbieten. Außerdem sei man bereit, zwei bisher gewährte sogenannte freie Tage in zusätzliche Urlaubstage umzuwandeln, sodass der bezahlte Jahresurlaub dann insgesamt 33 Tage umfasse.
Im Nahverkehr machte sich der Tarifstreit bereits mit mehreren Warnstreiktagen bemerkbar, unter anderem in Hannover, Braunschweig, Wolfsburg, Göttingen und Osnabrück.