dpa

Schiffsbohrmuscheln zerfressen Holzpfähle an der Ostseeküste

Den Holzpfählen im Wismarer Hafen hat die Muschel stark zugesetzt - die Kaianlage muss jetzt saniert werden. Auch andernorts in Mecklenburg-Vorpommern zerstört die Muschel viele Buhnen und Holzteile.

15.06.2026

An den Küstenschutzanlagen in Mecklenburg-Vorpommern, speziell an den Buhnensystemen, wird der Befall mit Schiffsbohrmuscheln regelmäßig untersucht. (Symbolbild)Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/ZB

An den Küstenschutzanlagen in Mecklenburg-Vorpommern, speziell an den Buhnensystemen, wird der Befall mit Schiffsbohrmuscheln regelmäßig untersucht. (Symbolbild)Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/ZB

© Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/ZB

Schiffsbohrmuscheln zerstören vielerorts an der Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern Buhnen und Holzpfähle - das kann auch Folgen für den Küstenschutz haben. Zuletzt waren im Landkreis Rostock in Heiligendamm (West) und Graal-Müritz (Ost) Holzpfähle ersetzt worden, teilte ein Sprecher des Umweltministeriums der dpa mit. Im Seebad Hohe Düne in Rostock laufen Arbeiten, die aber seit April aufgrund des Naturschutzes und der touristischen Nutzung unterbrochen wurden und erst Mitte September fortgeführt werden sollen.

Weitere Maßnahmen sind für Boltenhagen-Redewisch (Landkreis Nordwestmecklenburg), Nienhagen (Landkreis Rostock) und Zingst (Landkreis Vorpommern-Rügen) in der Vorbereitung. „Darüber hinaus besteht sowohl in Graal-Müritz als auch in Hohe Düne Bedarf an weiteren Maßnahmen.“ Ersetzt werden die maroden Teile durch zertifiziertes Hartholz, das resistent gegen die Muscheln ist. 

Regelmäßige Muschelkontrollen

Vielerorts im Nordosten haben die Muscheln für Zerfall gesorgt: „An den gesamten Buhnensystemen zwischen Boltenhagen und Zingst bis einschließlich Hiddensee wurden Schäden festgestellt“, teilte die Behörde mit. Betroffen seien dabei insbesondere die bislang meist aus Kiefer bestehenden sogenannten Landanschlüsse.

An den Küstenschutzanlagen in Mecklenburg-Vorpommern, speziell an den Buhnensystemen, wird der Befall mit Schiffsbohrmuscheln (teredo navalis) regelmäßig untersucht, teilte der Sprecher mit. Es gibt Nachweise der Muscheln im Flachwasserbereich bis an die Küsten nördlich Rügens. Bei Harthölzern beschränke sich der Befall auf das nichttragende Splintholz, beziehungsweise die äußerste Schicht, und es sei nur ein geringes Ausmaß zu beobachten. 

Anders sieht es bei den einheimischen Holzarten aus. „Diese sind, wenn nicht schon durch Hartholz ersetzt, in den Bereichen bis Rügen stark befallen und müssen perspektivisch komplett ersetzt werden.“ Bei einer Kontrolle waren im vergangenen Jahr auch im östlichen Bereich Rügens Larven der Schiffsbohrmuschel nachgewiesen worden, jedoch bisher ohne sichtbaren Befall der Buhnenhölzer.

Hafen in Wismar befallen 

Auch im Wismarer Hafen sind Holzpfähle von der Muschel zerfressen und sollen jetzt ausgetauscht werden. „Mit Blick auf den Muschelbefall folgte beim Neubau des Brunkowkais in Wismar die Umstellung auf Stahlbeton“, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Ähnlich verfahren den Angaben zufolge die Wassersportvereine an der Warnow, die zunehmend auf Stahlpfähle setzen.

„Zur Ufersicherung in Wirtschaftshäfen erfolgt der Einbau von Spundwänden, wobei seit Jahrzehnten Stahl als gängiger Baustoff zum Einsatz kommt.“ Auch beispielsweise Dalben und Bohrpfähle basieren standardmäßig auf Stahl oder Stahlbeton. Bei Anlagen für kleinere Wasserfahrzeuge - etwa Anlegestegen - sind die technischen Anforderungen demnach geringer, sodass hier vermehrt Holz als Baustoff genutzt wird.