Schickers Geschick: Wer Hoffenheim nach oben brachte
Die TSG Hoffenheim gehört zu den größten Überraschungen der Bundesliga. Im Kraichgau wird nächste Saison internationaler Fußball geboten. Über die Protagonisten eines Aufschwungs.
Andrej Kramaric, Trainer Christian Ilzer, Wouter Burger (v.l.): starke Saison mit Hoffenheim. (Archivbild) Uwe Anspach/dpa
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Champions League oder Europa League - was auch immer die TSG 1899 Hoffenheim nach dem letzten Spieltag mit der Partie am Samstag bei Borussia Mönchengladbach erreicht: Es ist eine unerwartet herausragende Bundesliga-Saison 2025/26 für die Kraichgauer, die im vergangenen Jahr noch gegen den Abstieg kämpften. Die dpa nennt die Erfolgsgaranten:
Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker
Der 39 Jahre alte Österreicher hatte keine leichten Startbedingungen bei permanenten internen Streitigkeiten und Abgängen. „Wenn man mit vier Geschäftsführern rein geht und dann im Februar alleine dasteht, das ist schon Wahnsinn“, sagt Schicker. Sein Vertrag als Sportchef wurde kürzlich verlängert. Mit Daniel Förderer hat er nun wieder einen Wirtschaftsmanager neben sich.
Sorgte für Toptransfers: TSG-Manager Andreas Schicker. Uwe Anspach/dpa
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Der Umbruch im Profikader vergangenen Sommer gelang ihm nahezu perfekt: Fast alle Neuzugänge schlugen groß ein. Zuletzt verlängerte die TSG vorzeitig Verträge mit Entdeckungen wie Leon Avdullahu, Albian Hajdari und Vladimir Coufal. Mit Trainer und Landsmann Christian Ilzer - beide holten 2024 mit Sturm Graz das Double - verbindet Schicker eine Freundschaft.
Trainer Christian Ilzer
Nach einem ganz schwierigen ersten halben Jahr stand der 48-Jährige vergangene Spielzeit schon auf der Kippe: Zu wenig ging voran, zu wenig waren manche Spieler von ihrem Chefcoach überzeugt. Und dann sorgte Ilzer noch für Schlagzeilen, als er bei einer Motivationsrede vor seinem Team einen Dildo hervorzauberte. Als Symbol für Manneskraft.
Doch nach seiner ersten kompletten Vorbereitung mit Hoffenheim staunten alle: Die TSG glänzt mit energiegeladenem Offensivfußball und druckvollem Flügelspiel und hat eine klare taktische und personelle Struktur. Auch die Lust aufs Verteidigen ist den Spielern anzusehen. Ohne ein paar schwache Heimspiele wäre die Königsklassen-Qualifikation längst eingetütet.
Die Neuzugänge
Bazoumana Touré als Supersprinter auf links, Fisnik Asllani als durchsetzungsstarker Mittelstürmer, der Kosovare Leon Avdullahu und der Niederländer Wouter Burger als herausragende Mittelfeldspieler. Albian Hajdari, Robin Hranac, Bernardo und Vladimir Coufal als Viererkette hinten. Auch Defensivspezialist Ozan Kabak war nach sehr langer Verletzungspause so etwas wie ein Neuzugang. Rechtsverteidiger Coufal hat acht Torvorlagen vorzuweisen, der Ex-Elversberger Asllani zehn Treffer.
Touré, 20 Jahre alter Nationalspieler beim deutschen WM-Gegner Elfenbeinküste, kann auf neun Assists verweisen und überzeugte zuletzt als Torschütze. Er gilt ebenso wie Asllani als lukrativer Verkaufskandidat - wenn die Summe stimmt. Hoffenheim muss dringend Transfererlöse machen, nachdem der Club zuletzt erhebliche Verluste schrieb und wieder auf Finanzspritzen von Gesellschafter und Mäzen Dietmar Hopp angewiesen ist.
Die beiden Routiniers
Nationaltorhüter Oliver Baumann (35) ist weiter nicht nur der große Rückhalt, sondern als Kapitän auch so etwas wie das Sprachrohr - vor allem, wenn’s mal kriselt. Auch wenn die Königsklasse nicht erreicht werde, dürfe man „diese Saison nicht schmälern“, sagt Deutschlands Nationaltorhüter, „denn es ist außergewöhnlich, was wir erreicht haben.“
Andrej Kramaric (34) hatte zu Saisonbeginn in Muhammed Damar einen vielversprechenden Konkurrenten als Spielmacher, setzte sich aber durch und gilt weiter als topfit. Seine 14 Tore sprechen für sich. Kramaric kann zudem ein Spiel alleine entscheiden mit seiner Cleverness.
Der Rekordtorjäger der TSG war der Einzige, der seit Monaten immer wieder offen sagte, dass die Champions League das große Ziel ist. Seinen Vertrag hat er um zwei Jahre verlängert - und diesen Sommer noch viel vor: Mit Kroatien steht er vor seiner dritten WM.
Fisnik Asllani, Leon Avdullahu, Albian Hajdari (v.l.): Jubel mit der TSG Hoffenheim. (Archivbild)Uwe Anspach/dpa
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Bazoumana Touré: Hoffenheims Flügelflitzer. (Archivbild) Uwe Anspach/dpa
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Verteidiger und Vorbereiter: Hoffenheims Vladimir Coufal. (Archivbild) Uwe Anspach/dpa
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