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Schätzung: Zukunftszentrum wird 77 Millionen Euro teurer

In zentraler Lage soll das Gebäude unweit vom Hauptbahnhof in Halle stehen. Laut Planung wird es 2032 fertig sein. Warum die Baukosten nun deutlich höher ausfallen könnten.

26.02.2026

Der Bau des Zentrums wird deutlich teurer. (Archivbild)Heiko Rebsch/dpa

Der Bau des Zentrums wird deutlich teurer. (Archivbild)Heiko Rebsch/dpa

© Heiko Rebsch/dpa

Das Bundesbauministerium rechnet mit deutlich höheren Kosten für den Bau des bundesweiten Zukunftszentrums für Deutsche Einheit und Europäische Transformation in Halle. „Das fortgeschriebene vorläufig ermittelte Kostenziel der Baumaßnahme Zukunftszentrum beträgt insgesamt 277 Millionen Euro“, teilte ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage mit. Ursprünglich waren 200 Millionen Euro Gesamtkosten angesetzt worden. Zuvor hatte die „Mitteldeutsche Zeitung“ berichtet. 

Das Zentrum soll ein Ort für die Transformationserfahrungen der Menschen in mittel- und osteuropäischen Ländern seit 1989/1990 sein – sie dokumentieren, archivieren und in unterschiedlicher Art verarbeiten. Das neue Zentrum am Riebeckplatz in zentraler Lage in der Saalestadt im Süden Sachsen-Anhalts soll künftig rund 14.000 Quadratmeter für Forschung, Ausstellung und Dialog bieten und 2032 fertig gebaut sein. In der weiteren Planung werde laut Sprecher nun auch geprüft, ob und wo es Einsparpotenziale gibt. 

Kulturminister Rainer Robra betonte mit Blick auf die aktuelle Debatte um die Kostenentwicklung: „Die derzeit genannten Zahlen beruhen auf Schätzungen im laufenden Verfahren“. Mit den nun freigegebenen Mitteln werde weiter geplant, die „haushaltsbegründenden Unterlagen“ sind erst 2027 dem Deutschen Bundestag vorzulegen, so der CDU-Politiker. Es handele sich also nicht um eine abschließende Festlegung, sondern um einen planungsbegleitenden Schritt in einem komplexen Großprojekt, so der Minister. Zugleich bezeichnete er das Zukunftszentrum als ein „Projekt von nationaler Tragweite“.

Genauere Entwürfe, andere Prognosen

In den bislang ermittelten Kosten für den Bau des Zentrums seien der Bauentwurf des Berliner Planungsteams Richter Musikowski Architekten und ST raum a. Landschaftsarchitektur noch nicht enthalten gewesen. Sie hatten den international ausgeschriebenen Architekturwettbewerb gewonnen, über den entschieden wurde, wie das Zentrum einmal aussehen soll. 

Angedacht ist unter anderem, dass das Zentrum 58 Meter hoch wird und eine transparente, helle Hülle aus Glas bekommt. Musikowski zufolge wird es außerdem viele Eingänge geben, nicht einen Haupteingang. Im Erdgeschoss solle ein großes Veranstaltungsforum entstehen. Treppen mit Blick auf das Innere des Gebäudes sollen in obere Geschosse für Ausstellungen und Büros führen. 

Haushaltsausschuss unterstützt die Pläne

Zudem seien die zu erwartenden Baupreissteigerungen sowie Risikokosten in der nun angepassten Kostenschätzung noch nicht enthalten gewesen, so der Sprecher des Bauministeriums. „Darüber hinaus ergeben sich erhöhte Ansätze in Höhe von rund acht Millionen Euro im Tiefbau, zur Lage und Qualität des Grundstücks sowie in der technischen Gebäudeausrüstung im Hochhaus bis zur geplanten Baufertigstellung in 2032“, ergänzte er. Im Haushaltsausschuss des Bundestages seien die Projektziele am Mittwoch „im Grundsatz bestätigt und bekräftigt“ worden, hieß es. 

Wie die Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, Elisabeth Kaiser, erklärte, werde zeitnah mit den weiteren Planungen des Neubaus begonnen. Parallel arbeitet das Team des Zentrums - das derzeit aus zwölf Menschen besteht, in den nächsten Jahren jedoch deutlich wachsen soll - an weiteren Inhalten. Das Zentrum sei „für den Bund und für die Stadt Halle ein wichtiges Projekt mit nationaler und europäischer Ausstrahlung, von dem die gesamte Region strukturell profitieren wird“, sagte Kaiser.