Salahs Frust und Slots Taktik-Flop: Liverpool vor Aus
Arne Slot stellt Reds-Legende Salah aufs Abstellgleis und wechselt das System – das Ergebnis: Null Torgefahr. Der Druck auf den Trainer wächst.
Nur auf der Ersatzbank in Paris: Für Mohamed Salah eine Demütigung. (Archivbild) Martin Rickett/PA Wire/dpa
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Die Höchststrafe für Mo Salah stand am Ende fast symbolisch für Liverpools nächsten sportlichen Offenbarungseid. Erstmals in seiner Karriere bei den Reds schmorte der Stürmerstar in der Champions League 90 Minuten frustriert auf der Ersatzbank. Und musste bei der am Ende schmeichelhaften 0:2-Niederlage bei Titelverteidiger Paris Saint-Germain mit ansehen, wie seine Kollegen um Florian Wirtz laut englischen Medien zum ersten Mal seit November 2020 in der Fußball-Königsklasse keinen einzigen Schuss aufs gegnerische Tor abgaben.
„Wir hatten Glück, dass wir nicht noch mehr Gegentore kassiert haben und unser Torwart einen richtig guten Tag hatte“, bekannte der stark unter Druck stehende Trainer Arne Slot. Ausgerechnet im Viertelfinal-Hinspiel vollzog der Niederländer einen Systemwechsel auf eine defensive Fünferkette. Und das ging nach hinten los. Der Ballbesitz lag bei lediglich 26 Prozent.
„Ich dachte, wir könnten versuchen, sie mit hohem und aggressivem Druck unter Druck zu setzen. Aber jedes Mal, wenn wir das versucht haben, wurden wir auseinandergenommen“, sagte Slot, der im November noch eine Systemänderung ausgeschlossen hatte. Aus taktischen Gründen habe er Salah nicht eingewechselt. Im letzten Spieldrittel sei es mehr ums Überleben gegangen, als dass „wir jemals eine Chance gehabt hätten, ein Tor zu erzielen“, sagte Slot. Salah habe zwar so viele Qualitäten: „Aber wenn er 20 bis 25 Minuten lang in seinem eigenen Strafraum verteidigen muss, ist es besser, seine Energie für die kommenden Spiele zu sparen.“
Deutliche Reaktionen
Die nächste schwache Leistung dürfte den Druck auf den angeschlagenen Slot weiter erhöhen. „Das war, als würde man einer Mannschaft aus einer unteren Liga zusehen. Der Klassenunterschied war aus Liverpooler Sicht sehr besorgniserregend“, sagte Reds-Legende und TV-Experte Jamie Carragher. Der „Guardian“ titelte nach der Partie, dass PSG „Slot und Liverpool wie die Jungs von gestern aussehen“ ließ.
"That was like watching a team from a lower devision. The gulf in class was very worrying from a Liverpool point of view."@Carra23 was dissapointed by Liverpool's performance against PSG 👇 pic.twitter.com/m1VtFj0vWG
— CBS Sports Golazo ⚽️ (@CBSSportsGolazo) April 8, 2026
Das Duell im Prinzenpark könnte für Slot eines der letzten bei den Reds gewesen sein, sollte im Rückspiel kommenden Dienstag (21.00 Uhr) nicht eine große Wende passieren. Denn in Meisterschaft und den nationalen Pokalbewerben ist Liverpool bereits raus.
Florian Wirtz (links) und der FC Liverpool unterlagen bei Paris Saint-Germain.Aurelien Morissard/AP/dpa
© Aurelien Morissard/AP/dpa