Säugling zu Tode geschüttelt: Haftstrafe für Mutter
Der Richter sprach von massiver Gewalt: Warum die Mutter ihren sieben Monate alten Sohn tötete, bleibt ungeklärt. Die Verteidigung gibt nicht auf. Sie will Revision gegen das Urteil einlegen.
Ein Säugling wurde zu Tode geschüttelt, nun gibt es eine Haftstrafe für die Mutter. (Archivbild)André Jahnke/dpa
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Knapp zwei Jahre nach dem gewaltsamen Tod eines Säuglings in Leipzig ist die Mutter zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Leipzig verhängte wegen Totschlags eine Freiheitsstrafe in Höhe von sechs Jahren und einer Woche. „Sie haben ihren Sohn mit den eigenen Händen getötet. Damit müssen Sie leben. Ihr Sohn kann es nicht mehr“, sagte der Vorsitzende Richter Johann Jagenlauf bei der Urteilsbegründung zu der Angeklagten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Zweifellos wurde der sieben Monate alte Ben Elias durch massives Schütteln getötet, wie es weiter hieß. Der Kopf des Babys sei mit erheblicher Gewalt mindestens 15 Mal vor- und zurückgeschleudert worden. Dabei erlitt der Junge derart schwere Hirnverletzungen, dass er einen Tag später im Krankenhaus starb. Die Gründe für das Handeln der Mutter, die zum Tatzeitpunkt alleine mit dem Baby war, hätten nicht aufgeklärt werden können, sagte der Richter.
Die Angeklagte hatte die Vorwürfe in dem Verfahren zurückgewiesen. „Ich habe Ben zu keinem Zeitpunkt geschüttelt. Ich weiß, wie gefährlich das ist“, hatte die 24-Jährige vor Gericht ausgesagt. Dies glaubte die Strafkammer aber nicht und folgte dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft. In die Gesamtstrafe floss auch ein Strafbefehl wegen Fahrens ohne Versicherungsschutz ein.
Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert und kündigte im Anschluss an das Urteil an, Revision einlegen zu wollen.