Etwas weniger Arbeitslose, aber keine Entwarnung für Sachsen
Im Oktober waren in Sachsen rund 152.400 Menschen arbeitslos gemeldet – so viele wie in diesem Monat seit zehn Jahren nicht mehr. Was die aktuellen Arbeitsmarktzahlen außerdem zeigen.
Sachsens Arbeitslosigkeit auf Zehnjahreshoch im Oktober. (Symbolbild)Hendrik Schmidt/dpa
© Hendrik Schmidt/dpa
Chemnitz (dpa/sn) -Die Zahl der Arbeitslosen in Sachsen ist im Oktober leicht zurückgegangen, liegt für diesen Monat aber auf dem höchsten Wert seit zehn Jahren. Landesweit waren rund 152.400 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren etwa 1.140 weniger als im September, aber rund 4.800 mehr als im Vorjahresmonat, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Chemnitz mitteilte. Die Arbeitslosenquote verharrte auf 7,1 Prozent. Stichtag für die aktuelle Statistik war der 13. Oktober.
Die Arbeitslosigkeit sei etwas gesunken, weil sich wieder viele Menschen in eine Beschäftigung abmelden konnten oder eine Fördermaßnahme aufgenommen hätten, hieß es weiter. „Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage ist es erfreulich, dass über 8.500 Menschen eine neue Arbeit gefunden haben. Das ist der höchste Oktoberwert seit fünf Jahren“, sagte der Chef der Regionaldirektion, Klaus-Peter Hansen.
Nur im Landkreis Görlitz stieg die Arbeitslosigkeit
In zwölf von dreizehn Landkreisen und kreisfreien Städten ist die Arbeitslosigkeit gegenüber September gesunken. Einzig im Landkreis Görlitz ist sie gestiegen. In den Regionen reichte die Spanne der Arbeitslosenquoten im Oktober 2026 von 5,3 Prozent in der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge bis zu 10,0 Prozent in der Stadt Chemnitz.
Der leichte Rückgang der Arbeitslosenzahlen sei dem Herbsteffekt zuzurechnen und keineswegs ein Grund zur Entwarnung, sagte der Vize-Chef des DGB Sachsen Ralf Hron. „Insbesondere die anhaltende Unsicherheit innerhalb des Automotivbereiches zeigt, dass Transformation ohne Qualifizierung und Unterstützung nicht gelingen kann.“
Im Oktober 2026 haben sächsische Betriebe insgesamt 6.513 freie Stellen neu gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist diese Zahl um 460 gesunken (minus 6,5 Prozent) und im Vorjahresvergleich um rund 260 (plus 4,2 Prozent) gestiegen. Damit sind in den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern insgesamt 31.863 freie Stellen gemeldet.
Auffällig ist demnach, dass die meisten der freien Stellen unbefristet (93 Prozent) und in Vollzeit (87 Prozent) zu besetzen sind. Die meisten freien Stellen (85 Prozent) sind für Fachkräfte ausgeschrieben, die wenigsten Arbeitgeber suchen Beschäftigte auf Helferniveau (15 Prozent).