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Sachsen ändert Prüfungsordnung für Lehramt

Der Unterrichtsausfall ist aktuell das größte Problem an sächsischen Schulen. Mehr Kapazitäten sollen auch durch eine Änderung der Lehramtsprüfungsordnung geschaffen werden.

29.06.2026

Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) hofft auf ein weiteres Absinken des Unterrichtsausfalls (Archivbild). Robert Michael/dpa

Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) hofft auf ein weiteres Absinken des Unterrichtsausfalls (Archivbild). Robert Michael/dpa

© Robert Michael/dpa

Sachsen will über eine Änderung der Lehramtsprüfungsordnung den Unterrichtsausfall an Schulen minimieren. Das kündigte Kultusminister Conrad Clemens (CDU) kurz vor Ferienbeginn in Dresden an. Der Unterrichtsausfall liege bei etwa neun Prozent und sei noch immer zu hoch. 

Ganzjährige Praktika für Lehramtsstudenten

So sollen Lehramtsstudenten künftig ganzjährige Praktika an Schulen absolvieren können. Ferner ist eine Stärkung der sogenannten Einfachlehrkräfte vorgesehen. Wer in sächsischen Schulen bislang nur ein Fach unterrichtete, konnte keine Gehaltsstufe E 13 erreichen. Für Lehrer, die etwa Musik studiert haben und nun als Musiklehrer arbeiten, soll das fortan möglich sein. Gleiches gilt für Lehrerinnen und Lehrer im Kunstunterricht.

Mit einer höheren Eingruppierung können auch Lehrkräfte rechnen, die als Seiteneinsteiger bisher beispielsweise Mathematik unterrichteten und zusätzlich aufgrund von Lehrermangel auch Physikstunden gaben. Über ein Feststellungsverfahren sollen sie nun eine Anerkennung als Doppelfachlehrer erhalten. 

Sachsen möchte mehr Sonderpädagogen ausbilden 

Deutsch als Zweitsprache soll als Ausbildungsfach etabliert und die Sonderpädagogik gestärkt werden - hier werden Lehrer dringend gebraucht. Bislang werden Sonderpädagogen an der Universität Leipzig und in kleinerem Umfang an der Hochschule Zittau-Görlitz ausgebildet. „Das ist viel zu wenig“, sagte Clemens. Künftig soll das auch an den Universitäten Dresden und Chemnitz erfolgen. Die Kapazitäten dafür würden Schritt für Schritt geschaffen.

Referendare sollen mehr Wochenstunden bekommen

Ein weiterer Punkt betrifft Referendare. Sie sollen künftig statt 12 Stunden pro Woche 14 Stunden im Unterricht zum Einsatz kommen. Insgesamt verspricht sich das Kultusministerium davon eine Erhöhung der Kapazität um 150.000 Stunden. Das helfe, den Unterrichtsausfall stärker zu bekämpfen, und soll schon ab dem kommenden Schuljahr gelten.