dpa

SV Elversberg trotz Ebnoutalib-Abgang zuversichtlich

Der Torjäger ist verkauft, neue Spieler sollen die Lücke füllen. Beim SV Elversberg schaut man optimistisch auf die zweite Saisonhälfte. Der Transfererlös hilft bei der Weiterentwicklung.

15.01.2026

Vincent Wagner hat mit Elversberg eine famose Hinrunde hingelegt (Archivbild).Bernd Thissen/dpa

Vincent Wagner hat mit Elversberg eine famose Hinrunde hingelegt (Archivbild).Bernd Thissen/dpa

© Bernd Thissen/dpa

Auch in der am Wochenende startenden Rückrunde will die SV Elversberg ohne ihren Top-Torjäger Younes Ebnoutalib weiter mit viel Spaß am Fußball die Gegner überraschen. „Unsere Grundidee ist, dass wir immer aus der inneren Freude heraus spielen und nicht aus der Sorge heraus, um Gottes willen, was soll das werden“, sagte Coach Vincent Wagner in einem vereinseigenen Interview. „Wenn wir mal untergehen, dann mit fliegenden Fahnen. Aber meistens geht das ganz gut.“

Wagner hegt ob des Abgangs von Ebnoutalib zu Eintracht Frankfurt überhaupt keinen Groll. Für den Verein sei es außergewöhnlich gewesen. Man sei in Dimensionen vorgestoßen, betonte er. „Es gibt nicht viele Zweitligisten, die einen Spieler für eine nahezu zweistellige Millionensumme verkauft haben“, sagte Wagner. Das sei fast der Jahresetat. Die Frage habe sich dann auch nicht gestellt.

David Mokwa soll mal in Ebnoutalibs Fußstapfen treten

Wichtig sei auch das Wohl und Interesse des Spielers gewesen. Man redet ja nicht über das doppelte Gehalt, sondern über das... Da braucht man nicht drüber reden, das ist außerhalb der Realität. Aber so ist das im Fußball“, sagte der 39-Jährige. In David Mokwa von der TSG Hoffenheim habe man jemanden gefunden, der ein ähnliches Profil habe. Dazu stünden noch drei weitere Spieler für die Position in der Sturmspitze bereit. 

Der Verkauf Ebnoutalibs war wohl auch für Sportvorstand Nils-Ole Book alternativlos. Als Verein müsse man entscheiden, was kurz-, mittel- und langfristig das Beste ist. „Gerade infrastrukturell sind wir noch weit entfernt vom Zweitliga-Niveau. Da hilft so ein Transfer enorm“, sagte Book in einem Interview auf der Vereinsseite. Der Club könne sich so weiterentwickeln. Zudem konnten die beiden Neuzugänge Mokwa und Raif Adam (Hamburger SV II) gekauft und mit einem langfristigen Vertrag bis 2029 ausgestattet werden. 

Transfererlös treibt Weiterentwicklung des Vereins voran

Auch wenn Leihgeschäfte wirtschaftlich und sportlich weiter attraktiv seien, sei man für eine Weiterentwicklung auf Transfererlöse angewiesen. „Der Winter hat uns da sehr vorangebracht in der Entwicklung“, sagte Book. Ob er personell noch einmal nachlegen will, ließ er offen. Der Kader sei stark, aber da man ein Hotspot für junge Talente sein wolle, könne es schon sein, dass sich noch Möglichkeiten ergeben. 

Beim Rückrundenbeginn am Samstag (13.00 Uhr/Sky) beim 1. FC Nürnberg soll nahtlos an die starke Hinrunde angeknüpft werden. „Temporär stehen wir auf Rang zwei. Keine Ahnung, wie dieser Unfall passiert ist“, sagte Wagner lachend. Book warnte jedoch vor zu großer Euphorie: „Die Hinrunde hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen. Das sollte herausgestellt werden, damit die Erwartungshaltung für die Zukunft realistisch bleibt.“