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Rund eine Million Kubikmeter frischer Sand für Sylts Strände

Experten prüfen auf Sylt, wie viel Sand durch Wind und Wellen in diesem Jahr fehlt. Die Sturmflutsaison auf der Insel war relativ ruhig. Günstig wird die Sandvorspülung aber dennoch nicht.

25.03.2026

Weststürme und Meeresbrandung nagen jedes Jahr an Sylt – nach Herbst und Winter haben Experten auf Sylt geprüft, wie viel Sand fehlt. Lea Albert/dpa

Weststürme und Meeresbrandung nagen jedes Jahr an Sylt – nach Herbst und Winter haben Experten auf Sylt geprüft, wie viel Sand fehlt. Lea Albert/dpa

© Lea Albert/dpa

An die Strände der Urlaubsinsel Sylt werden in diesem Jahr rund 1,3 Millionen Kubikmeter Sand gespült, um die Küste zu sichern. Die jährlichen Sandvorspülungen werden etwa 9,2 Millionen Euro kosten, wie ein Sprecher des zuständigen Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) der Deutschen Presse-Agentur sagte. 

„Die Verhältnisse sind vergleichsweise gut in diesem Jahr, wir haben wenige Sturmfluten gehabt, das ist ein gutes Zeichen“, sagte Dirk van Riesen, Abteilungsleiter Wasserwirtschaft und Küstenschutz im Umweltministerium Schleswig-Holstein. 

Drei größere Stürme auf Sylt

Bei der Fahrt mit Geländefahrzeugen hatte er sich entlang der Strände von Hörnum bis nach List ein Bild von den Schäden und kritischen Stellen gemacht. Mit dabei waren außerdem Theide Wöffler, Küstenmorphologe des LKN.SH, der Hörnumer Bürgermeister Udo Hanrieder sowie Manfred Uekermann, der Vorsitzende des Landschaftszweckverbandes.

Bei der Fahrt mit Geländefahrzeugen haben sich Experten entlang der Strände von Hörnum bis nach List ein Bild von den Schäden gemacht.Lea Albert/dpa

Bei der Fahrt mit Geländefahrzeugen haben sich Experten entlang der Strände von Hörnum bis nach List ein Bild von den Schäden gemacht.Lea Albert/dpa

© Lea Albert/dpa

Wöffler verwies etwa auf die beiden größeren Sturmtiefs Detlef und Joshua, die im Oktober 2025 über die Insel gefegt waren. Nach dem Sturmtief Tizian Anfang Januar sei die Saison aufgrund des anhaltenden Ostwindes ruhig verlaufen und keine weiteren größeren Ereignisse aufgetreten. „Die nächste Woche wird auch noch mal etwas windiger, aber alles in allem sind wir etwas unter dem Durchschnitt geblieben in dieser Saison.“ Im vergangenen Jahr waren rund zwei Millionen Kubikmeter Sand an die Strände gespült worden. 

Besondere Schäden in diesem Jahr

Insgesamt sechs Aufspülbereiche sind in diesem Jahr geplant – darunter zwei Abschnitte in Hörnum im Süden der Insel sowie weitere in Westerland, Wenningstedt und Rantum. Auch in List waren demnach Verluste festgestellt worden. 

Die Besonderheit in diesem Jahr ist, dass auch in Westerland wieder 250 Kubikmeter Sand vorgespült werden, sagte Uekermann der dpa. In Hörnum wird in diesem Jahr fast die Hälfte der gesamten Sandmenge vorgespült. „Das ist ein deutliches Zeichen, dass wir da auch die kritischen Punkte haben, wo kontinuierlich Sandersatz-Bedarf ist.“

Stürme aus Westen und die dadurch hervorgerufene Meeresbrandung tragen jährlich Teile der Westseite der Insel ab.Lea Albert/dpa

Stürme aus Westen und die dadurch hervorgerufene Meeresbrandung tragen jährlich Teile der Westseite der Insel ab.Lea Albert/dpa

© Lea Albert/dpa

Die Arbeiten sollen nach Angaben des Landesbetriebs Mitte April in Hörnum starten. Der Sand wird rund acht Kilometer vor Westerland aus bis zu 30 Metern Tiefe von Spezialschiffen, sogenannten Saugbaggern, entnommen. Sie fahren das Sand-Wasser-Gemisch in die Nähe der Küste und spülen es durch eine Rohrleitung an den Strand, dort wird es mit Raupen verteilt. 

Strandvorspülungen auf Sylt seit mehr als 50 Jahren

Bei der jährlichen Strandbereisung auf der Insel prüfen die Küstenschützer im Frühjahr, an welchen Strandabschnitten Sand fehlt und wie viel davon an die Strände gepumpt werden soll. 

Stürme aus Westen und die dadurch hervorgerufene Meeresbrandung tragen nach Angaben des Landesbetriebs jährlich Teile der Westseite der Insel ab. Seit 1972 sind an der Westküste Sylts mehr als 60 Millionen Kubikmeter Sand aufgespült worden.