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Umschlag im Rostocker Überseehafen erneut auf Rekordniveau

Das Geschäft im Überseehafen Rostock läuft seit Jahren rund. Es wird mehr umgeschlagen. Je nach Fracht- und Warenart gibt es aber unterschiedliche Entwicklungen.

10.07.2026

Trailer werden im Rostocker Überseehafen verladen und verschifft. (Archivbild)Bernd Wüstneck/dpa

Trailer werden im Rostocker Überseehafen verladen und verschifft. (Archivbild)Bernd Wüstneck/dpa

© Bernd Wüstneck/dpa

Trotz Rückgängen beim Umschlag von Rohöl und Getreide hat der Rostocker Überseehafen im ersten Halbjahr 2026 erneut ein Rekordergebnis gemeldet. Insgesamt gingen 15,9 Millionen Tonnen Fracht über die Kaikanten, wie die Hafengesellschaft Rostock Port mitteilte. Das seien 1,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und so viel wie nie zuvor in den ersten sechs Monaten eines Jahres. „Die Umschlagergebnisse des Überseehafens Rostock befinden sich seit mittlerweile vier Jahren auf Rekordniveau“, sagte Geschäftsführer Gernot Tesch.

Über die Hälfte des Umschlags im Überseehafen entfiel mit 8,8 Millionen Tonnen auf sogenannte rollende Ladung per Fähre oder RoRo-Frachtschiff, bei denen die Ladung selbstständig an beziehungsweise von Bord rollt. Das waren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 400.000 Tonnen mehr. 

Weniger Schiffsanläufe

Einen leichten Rückgang gab es beim Umschlag von Flüssiggütern. Bis Ende Juni wurden 3,8 Millionen Tonnen über die Kaikanten gepumpt und damit 180.000 Tonnen weniger als im ersten Halbjahr 2025. Den mit Abstand größten Anteil hatten mit knapp drei Millionen Tonnen die Rohölimporte für die Raffinerie PCK Schwedt. 

Beim Schüttgutumschlag hatte Getreide mit 1,2 Millionen Tonnen erneut den größten Anteil, auch wenn dieser etwa 200.000 Tonnen unter dem Vorjahr lag. Dabei sei die Vorjahresernte sehr gut gewesen, sagte Tesch. Allerdings seien die relativ niedrigen Weltmarktpreise für den Umschlag nicht förderlich. Nur bei entsprechend hohen Preisen würden sich auch längere Anfahrtswege lohnen. 

Preise für Marinediesel gestiegen 

Den von Rostock aus operierenden Fährredereien macht die vor dem Hintergrund des Iran-Krieges stark gestiegenen Preise für Marinediesel zu schaffen, die sich im zweiten Quartal zeitweise in der Spitze auf 1.200 Euro pro Tonne mehr als verdoppelt hätten, sagte TT-Line-Geschäftsführer Hanns Heinrich Conzen. Hinzu kämen die seit 1. Januar gestiegenen Belastungen durch den europäischen Emissionshandel. 

Auch die Frachtchefin von Stena Line, Katrin Verner, betonte, dass die gestiegenen Kraftstoffpreise auf die gesamte Transportkette durchschlügen. Auch die Lkw-Anfahrten zu den Umschlagsorten verteuerten sich durch die gestiegenen Diesel-Preise entsprechend. 

Neubau: TT-Line bestellt zweite Fähre  

Conzen bestätigte für TT-Line nach dem Ende 2025 angekündigten Neubau für ein erstes LNG-Hybridschiff nun den Auftrag für eine zweite Fähre derselben Baureihe. Auch der zweite Neubau werde auf der Werft China Merchants Jinling Shipyard in Nanjing gebaut. Jedes Schiff sei für bis zu 1.000 Personen ausgelegt, und die Frachtkapazität steigt auf 5.400 Lademeter pro Schiff. Das erste Schiff soll 2030 in Dienst gestellt werden.

Zum Umschlagergebnis des Rostocker Überseehafens hinzu kommen rund 830.000 Tonnen, die laut Hafen- und Seemannsamt in den weiteren Rostocker Hafenanlagen wie dem Fracht- und Fischereihafen sowie Chemiehafen Yara verladen wurden. Das waren 30.000 Tonnen mehr als im ersten Halbjahr 2025. Bundesweit betrachtet werden rund 60 Prozent des deutschen Außenhandels über die Häfen abgewickelt.