Rostock hat viel Nachholbedarf bei Elektrobussen
Noch fahren durchschnittlich knapp 80 Prozent der Busse mit Dieselkraftstoff. Das hat die Deutsche Umwelthilfe ermittelt. Doch viele Städte bauen ihre Fuhrparks um - auch im Norden.
Ein Linienbus der Rostocker Straßenbahn AG. (Archivbild)Jens Büttner/dpa
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Fast 80 Prozent der Busse in deutschen Großstädten fahren noch mit Dieselantrieb. Das belegt eine neue Studie der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Sie hat die kommunalen Busflotten in den 40 größten deutschen Städten untersucht. Die Rangliste ergibt sich aus zwei Faktoren: dem Bestand an Elektrobussen und den Beschaffungsplänen der Städte.
Die Stadt Rostock liegt demnach mit einer Elektrobus-Quote von 12,6 Prozent auf Platz 27 der Liste von 40 Städten. Nach den Angaben der DUH-Studie sollen allerdings 85,7 Prozent der Neuanschaffungen von Bussen weiterhin mit Verbrennerkraftstoff fahren. Rostock ist in Mecklenburg-Vorpommern die einzige Stadt, die in der Studie bewertet wird.
12 Elektrobusse in Rostock im Einsatz
„Aktuell haben wir 12 Elektrobusse im Einsatz, insgesamt verfügen wir über rund 95 Busse“, sagt Beate Langner, die Pressesprecherin der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG), auf dpa-Anfrage. Diese Zahl variiere über das Jahr, da die RSAG für Großveranstaltungen oder Baumaßnahmen zeitweise mehr Busse vorhalte.
Andere norddeutsche Städte schneiden bei dem Vergleich deutlich besser ab. Hamburg liegt mit einem Anteil an E-Bussen von 36,9 Prozent auf Platz sechs, Kiel mit 33,0 Prozent auf Platz sieben und Lübeck mit 28,9 Prozent auf Platz neun. Alle Städte auf den ersten 20 Plätzen planen keine Neuanschaffungen von Dieselbussen mehr.
Große Unterschiede zwischen den Städten
Die Unterschiede zwischen den Städten seien groß, heißt es in der DUH-Studie. Während in den Vorreiterstädten Mannheim, Freiburg und Karlsruhe demnach über die Hälfte der Busse elektrisch mit Batterieantrieb fahren, ist in den Schlusslichtern Augsburg, Essen, Wuppertal, Krefeld und Magdeburg noch kein einziger E-Bus unterwegs.
Die DUH kritisiert vor diesem Hintergrund, dass die Bundesregierung dieses Jahr die E-Bus-Förderung um zwei Drittel kürze. Die Umweltschützer sehen angesichts der ab 2030 deutlich verschärften Luftreinhaltevorschriften in der Europäischen Union die Notwendigkeit einer beschleunigten Ausmusterung insbesondere der alten und besonders schmutzigen Dieselbusse.
Umwelthilfe fordert vollständige Elektrifizierung bis 2030
„Dieselbusse werden in der Regel länger als zehn Jahre im Nahverkehr betrieben. Städte, die bis 2030 neue Verbrennerbusse beschaffen, verschieben den Abschied von fossilen Antrieben so bis in die 2040er Jahre“, sagt Jürgen Resch, der Bundesgeschäftsführer der DUH.
Die kommunalen Verkehrsbetriebe müssten zum Schutz der Menschen und des Klimas den Neukauf von Verbrennerbussen stoppen und ihre Busflotten bis 2030 vollständig elektrifizieren, sagt Resch. Technisch geeignete Dieselbusse ließen sich inzwischen auch auf Elektroantrieb umrüsten.
Ein Bus wird mit Biomethan betankt. (Archivbild)Jens Büttner/dpa
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