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Riesen-Windrad wächst - Weltrekord wird später ausgerufen

Ein Windrad in Rekordhöhe soll in der Lausitz in Südbrandenburg entstehen. Die Fertigstellung wird ein weiteres Mal verschoben.

27.09.2026

In Schipkau entsteht ein riesiges Windrad, mit dem ein neuer Weltrekord aufgestellt werden soll.Frank Hammerschmidt/dpa

In Schipkau entsteht ein riesiges Windrad, mit dem ein neuer Weltrekord aufgestellt werden soll.Frank Hammerschmidt/dpa

© Frank Hammerschmidt/dpa

Das höchste Windrad der Welt entsteht in Schipkau in der Lausitz - ist aber noch nicht ganz fertig. Das Unternehmen Gicon verschob die Ausrufung eines Weltrekords am Sonntag erneut. „Sicherheit geht vor Geschwindigkeit“, sagte der Geschäftsführer Jochen Großmann. „Die Windgeschwindigkeiten, die wir in den letzten Tagen hatten, haben uns nicht mit Sicherheit die Prognose geben können, dass wir durchheben können. Und deshalb haben wir erstmal gestoppt.“

Der Innenturm des Höhenwindturms ist nach Angaben des Unternehmens bisher auf eine Zwischenhöhe von 250 Metern gehoben worden. Die Gesamthöhe liege damit bei 315 Metern, sagte Sprecher Martin Burmeister. Das sei bereits das höchste Windrad.

Windrad soll in einigen Tagen fertig sein 

Die Nabenhöhe des Windrads von 300 Metern soll in den kommenden Tagen erreicht werden, kündigte das Unternehmen an. Der Turm soll samt Rotorblättern insgesamt 365 Meter hoch werden. Dann wollen die Entwickler des Turms einen Weltrekord ausrufen. Nach Einschätzung des Bundesverbands Windenergie handelt es sich dabei um das größte Windrad der Welt. Zum Vergleich: Der Berliner Fernsehturm ist 368 Meter hoch.

Die weltweit höchste Serien-Windenergieanlage steht bisher nach Angaben des Windradherstellers Vestas und des Bauunternehmens Max Bögl in Winnberg in der Oberpfalz in Bayern. Das Projekt hat eine Nabenhöhe von 199 Metern und eine Gesamthöhe von 285 Metern.

Entwickler sehen mehrere Vorteile

Die Gicon Gruppe mit Hauptsitz in Dresden baut den Koloss von Schipkau im Auftrag der 2019 gegründeten Bundesagentur für Sprunginnovationen. Innovationsmanager Martin Chaumet von der Bundesagentur sieht mehrere Vorteile des Projekts. „Wir haben die Möglichkeit, Windenergie auch viel gleichmäßiger über das Land zu verteilen“, sagte Chaumet. Der Nebeneffekt sei, dass damit der Netzausbau in Teilen gespart werden könne „und dadurch der Strom für alle billiger wird.“ 

Turbine wird nach oben geschoben

Die Turbine wird mit einem Innenturm über einen Teleskopmechanismus in die Schlussposition gehoben. Die Witterung habe in den vergangenen Tagen zum Beispiel mit kleinen Böen dazu geführt, dass der Hub langsamer als geplant verlaufen sei, sagte Sprecher Burmeister.

Die Abschlussarbeiten hatten am Freitag begonnen. Ursprünglich sollte der Riese schon am Sonntag vor einer Woche fertig sein. Der Zeitplan für die letzte Bauphase hatte sich aber wegen starker Winde verzögert.

Projekt einer Bundesagentur

Der Höhenwindturm in der Kohleregion soll künftig Strom für bis zu 7.500 Haushalte produzieren können. Das Windrad besteht aus einer Art Gitterturm und einer Stahlkonstruktion und gilt als Innovation.

Der Geschäftsführer des Unternehmens Gicon, Jochen Großmann, plant in Schipkau die Errichtung des weltgrößten Windrades.Frank Hammerschmidt/dpa

Der Geschäftsführer des Unternehmens Gicon, Jochen Großmann, plant in Schipkau die Errichtung des weltgrößten Windrades.Frank Hammerschmidt/dpa

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