Rhein erreicht an mehreren Orten Rekordtiefststände
Das Niedrigwasser im Rhein schreitet voran: Mehrere Orte am Rhein melden Rekordtiefststände. Was das für Schifffahrt, Natur und Wirtschaft jetzt bedeutet.
Die niedrigen Wasserstände haben Auswirkungen auf die Schifffahrt. (Archivbild)Thomas Frey/dpa
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Die Pegelstände im Rhein sind bei mehreren Orten auf Rekordtiefstwerte gesunken. Dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Rhein zufolge liegt der Pegelstand in Kaub aktuell bei 24 Zentimetern. Damit fiel der Wert einen Zentimeter unter den zuvor niedrigsten Wasserstand seit Messbeginn vom 22. Oktober 2018.
Ein Pegelstand ist eine relative, von einem festgelegten Punkt aus gemessene Wasserhöhe. Er zeigt damit nicht die tatsächliche Wassertiefe bis zum Boden an.
In Andernach wurde bereits am Montagnachmittag der Rekord von 24 Zentimetern gebrochen. Zum Abend hin stieg der Pegelstand jedoch wieder von 23 Zentimeter auf 28 Zentimeter.
In Worms liegt der Wasserstand aktuell nur noch einen Zentimeter über dem bislang bekannten Tiefstwert. Beim Pegel in Remagen wurde der Tiefstwert von 7 Zentimetern bereits mehrfach erreicht, jedoch bislang nicht übertroffen.
Ungewöhnlich früh
Einem WSA-Experten zufolge ist diese frühe Zuspitzung ungewöhnlich. Das bestätigt auch die Bundesanstalt für Gewässerkunde. Demnach sind eigentlich der Spätsommer und der Herbst typische Niedrigwasserzeiten. Dass im Rhein und in anderen Flüssen jetzt schon derart wenig Wasser ist, sei eine besondere Situation. Gründe seien vor allem Trockenheit und Hitze, regionale Schauer könnten nur vorübergehend helfen.
Wegen des historischen Niedrigwassers am Rhein lädt Bundesverkehrsminister Steffen Bilger für Donnerstag zu einer Fachkonferenz in Bonn ein. In Köln wurde bereits am Samstag der niedrigste Pegelstand seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen. Auch Düsseldorf und Duisburg hatten am Wochenende historische Tiefststände gemeldet.
Folgen für Schifffahrt
Doch nicht an allen Pegeln stehen Rekordwerte unmittelbar bevor. In Speyer liegt der Stand aktuell 16 Zentimeter über dem Tiefstwert, in Mainz sind es 13 Zentimeter. Am Pegel Koblenz bräuchte es noch 14 Zentimeter für einen Rekord.
Auch der Pegelstand im hessischen Oestrich-Winkel (Rheingau-Taunus-Kreis) liegt mit derzeit 52 Zentimetern noch ein Stück über dem niedrigsten bekannten Wasserstand von 31 Zentimetern aus dem Jahr 1947.
Dem Amt zufolge ergeben sich unter anderem Auswirkungen auf die Schifffahrt. „Die Schifffahrt kann weniger zuladen, die Fahrten werden dadurch mit fallendem Pegel unwirtschaftlicher.“
Weitere Auswirkungen sind etwa, dass die niedrigen Wasserstände alte Munition freilegen, die Personenschifffahrt und Rheinfähren ausgebremst werden und bei Sportbootsverleihen die Kunden ausbleiben. Hohe Wassertemperaturen führen zudem zu Stress für Lebewesen und mangelnde Sauerstoffverfügbarkeit.
Die Wasserstände im Rhein sind sichtlich niedriger. (Archivbild)Thomas Frey/dpa
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Bei Kaub ist der Wasserstand so niedrig wie noch nie. (Archivbild) Thomas Frey/dpa
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