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Rhein-Main-Unis bekommen Exzellenz-Titel

Es ist eine wichtige Auszeichnung: Der Exzellenz-Titel bringt viel Renommee und Geld für die Wissenschaft nach Hessen. Die Freude ist entsprechend groß.

02.10.2026

Große Freude über den Exzellenz-Titel bei Ministern und Wissenschaftlern.  Andreas Arnold/dpa

Große Freude über den Exzellenz-Titel bei Ministern und Wissenschaftlern. Andreas Arnold/dpa

© Andreas Arnold/dpa

Riesiger Erfolg für den Wissenschaftsstandort Rhein-Main: Die Technische Universität Darmstadt, die Goethe-Universität Frankfurt und die Johannes Gutenberg-Universität Mainz dürfen von 2027 an den Titel „Exzellenzuniversität“ tragen. Das hat der Wissenschaftsrat in Bonn verkündet. 

Die drei Hochschulen hatten sich als Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU) gemeinsam um den Titel beworben, der mit hohem Ansehen und Millionenbeträgen verbunden ist. Die Exzellenzstrategie von Bund und Ländern ist nach Angaben des hessischen Wissenschaftsministeriums der wichtigste Forschungsförderwettbewerb Deutschlands.

Großes Lob von der Landesregierung

„Die Rhein-Main-Universitäten tragen den begehrten Exzellenz-Titel als erste Universitäten in Hessen und als erster länderübergreifender Verbund in der Exzellenzstrategie“, lobte Wissenschaftsminister Timon Gremmels (SPD). Die RMU erhält ab kommendem Jahr eine Förderung von insgesamt bis zu 155 Millionen Euro über einen Zeitraum von sieben Jahren, wie das Wissenschaftsministerium mitteilte. Der Bund stellt 75 Prozent der Finanzierung bereit. 

Die Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU) besteht aus der Technischen Universität Darmstadt, der Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.Andreas Arnold/dpa

Die Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU) besteht aus der Technischen Universität Darmstadt, der Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.Andreas Arnold/dpa

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Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) nannte den Exzellenz-Titel einen „großartigen Erfolg und ein Meilenstein für die exzellente Forschungslandschaft in Hessen“. Der Titel sei Beleg für die hohe Qualität, die Innovationskraft und das strategische Geschick der Forschungseinrichtungen. 

Enttäuschung in Mittelhessen

Ein mittelhessischer Verbund aus Justus-Liebig-Universität Gießen und Philipps-Universität Marburg hatte sich ebenfalls beworben aber konnte sich im Wettbewerb nicht durchsetzen. „Natürlich bedauern wir, dass wir den Titel Exzellenzuniversität und die damit verbundene Förderung nicht bekommen haben“, teilte der Marburger Universitätspräsident Prof. Thomas Nauss mit. „Gleichzeitig gehen wir aus dem Wettbewerb mit einem weiter gestärkten Profil hervor.“ 

Freude und Stolz bei den Rhein-Main-Unis

Als strategische Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU) decken die drei Universitäten ein breites und interdisziplinär eng verzahntes Fächerspektrum ab, wie das Wissenschaftsministerium erklärte. Mit mehr als 90.000 Studierenden und 1.500 Professuren kooperierten sie eng in Forschung, Studium und Lehre, bei der Förderung junger Talente sowie dem Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft. 

Die Rhein-Main-Universitäten tragen den begehrten Exzellenz-Titel als erste Universitäten in Hessen.Andreas Arnold/dpa

Die Rhein-Main-Universitäten tragen den begehrten Exzellenz-Titel als erste Universitäten in Hessen.Andreas Arnold/dpa

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Die RMU-Sprecherin und Präsidentin der TU Darmstadt, Tanja Brühl, erklärte: „Die heutige Entscheidung zur Förderung als Exzellenzverbund ist ein herausragender Erfolg für unsere Allianz. Ich freue mich außerordentlich über diese Entscheidung und bin sehr stolz auf das, was wir als RMU gemeinsam erreicht haben.“

Die RMU erhält ab kommenden Jahr eine Förderung von insgesamt bis zu 155 Millionen Euro über einen Zeitraum von sieben Jahren. (Archivbild)Arne Dedert/dpa

Die RMU erhält ab kommenden Jahr eine Förderung von insgesamt bis zu 155 Millionen Euro über einen Zeitraum von sieben Jahren. (Archivbild)Arne Dedert/dpa

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Die RMU bündelt ihre Kompetenzen nach eigenen Angaben in die vier Profilbereiche Data (Datenwissenschaften & KI), Health (Lebenswissenschaften & Medizin), Matter (Material- & Naturwissenschaften) und Society (Geistes- & Sozialwissenschaften). 

Neben der RMU können künftig ein weiterer Hochschulverbund und drei Hochschulen den Exzellenz-Titel tragen. Nach den Worten von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) und Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs (SPD) als stellvertretender Vorsitzender der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) sind noch die Universitäten in Freiburg, Jena und Köln sowie die TU Dortmund und die Uni Bochum („Ruhr Innovation Lab“) neu dabei.

Zehn Exzellenzunis bisher

Zehn Hochschulen und Verbünde in Deutschland dürfen sich schon länger Exzellenzuniversität nennen: die RWTH Aachen, die Universität Bonn, die TU Dresden, die Universität Hamburg, die Universität Heidelberg, das KIT Karlsruhe, die LMU München, die TU München, die Universität Tübingen sowie ein Verbund dreier Hochschulen in Berlin.

Ihre Förderung war im Frühjahr für weitere sieben Jahre verlängert worden. Exzellenzuniversitäten müssen sich alle sieben Jahre einer Überprüfung der Fördervoraussetzungen stellen. Hessen oder Rheinland-Pfalz waren bisher nicht vertreten.

Insgesamt 689 Millionen Euro

Neben der Förderung als Exzellenzuniversität gibt es im Rahmen der sogenannten Exzellenzstrategie noch die Förderung sogenannter Cluster. Dabei geht es um spezielle Forschungsprojekte an einzelnen oder mehreren Hochschulen gemeinsam. Nur wer eine bestimmte Anzahl Cluster vorweisen kann, hat auch Chancen auf den begehrten Titel Exzellenzuniversität. In Hessen werden derzeit sechs Cluster gefördert, in Rheinland-Pfalz eines. 

Mehrstufiges Begutachtungsverfahren

Jährlich stellen Bund und Länder im Rahmen der Exzellenzstrategie 687 Millionen Euro zur Verfügung. 75 Prozent der Förderung kommen jeweils vom Bund, 25 Prozent vom jeweiligen Land. Einer Förderentscheidung in der Exzellenzstrategie geht ein mehrstufiger Begutachtungsprozess voraus, wie das Wissenschaftsministerium erläuterte. 

Nachdem die Hochschulen im November 2025 ihre Anträge eingereicht hatten, begutachtete eine Gruppe international renommierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Einrichtungen im Frühjahr 2026 vor Ort. „Die endgültige Entscheidung über die Förderung traf jetzt die Exzellenzkommission in einer mehrtägigen Auswahlsitzung“, teilte das Ministerium mit. Dem Gremium gehören 39 internationale wissenschaftliche Expertinnen und Experten sowie die Wissenschaftsministerinnen und -minister von Bund und Ländern an.