Prozess um Streamingportal: Vorgespräche zu Verständigung
Wie geht der Prozess rund um das Streamingportal „movie2k.to“ weiter? Gericht und Beteiligte wollen das in Gesprächen nun klären. Was das für die milliardenschweren Bitcoin-Einnahmen bedeuten könnte.
Laut Plan sollen im Prozess am 25. März die ersten Zeugen gehört werden – es sei denn, es kommt zu einer Verständigung. (Archivbild)David Hammersen/dpa
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Im Prozess um den illegalen Streamingdienst „movie2k.to“ und einen Milliardengewinn mit Bitcoins sind erste Vorgespräche zu einer Verständigung gestartet. Dabei wird mit allen Beteiligten abgestimmt, ob es tiefergehende Gespräche geben soll, wie der Vorsitzende der Wirtschaftsstrafkammer am Landgericht Leipzig Karsten Nickel. Die Inhalte des Vorgesprächs sollen am nächsten Verhandlungstag, dem 31. März, bekanntgegeben werden.
Angeklagt sind Geldwäsche und Steuerhinterziehung
Vor dem Landgericht ist der 42 Jahre alte mutmaßliche Kopf des Portals unter anderem wegen gewerbsmäßiger Geldwäsche in 146 Fällen angeklagt. Mit ihm auf der Anklagebank sitzt ein 39-Jähriger, der sich wegen Geldwäsche in 46 Fällen und Steuerhinterziehung verantworten muss. Die Vorwürfe, in rund 220.000 Fällen urheberrechtlich geschützte Werke unerlaubt verwertet zu haben, sind inzwischen verjährt und somit nicht mehr Gegenstand der Verhandlung.
Laut Anklage hatte das Duo gemeinsam mit einem bereits rechtskräftig verurteilten Mann über das Streamingportal „movie2k.to“ jahrelang hunderttausende Raubkopien von Filmen und Serie angeboten. Demnach erzielten die Betreiber dabei Millioneneinnahmen aus Werbeverträgen und erwarben damit Bitcoins. 2013 wurde das Portal abgeschaltet, der Hauptangeklagte konnte erst 2023 im Ausland geschnappt werden.
Es geht um ein Vermögen in Milliardenhöhe
Nach seiner Festnahme im Jahr 2023 hatte er den Ermittlern knapp 50.000 Bitcoins übergeben. Nach einem wahren Kurssprung der Kryptowährung brachte der Verkauf etwa 2,64 Milliarden Euro ein. Dieses Geld wird derzeit bei der Landesjustizkasse verwahrt.
Die Generalstaatsanwaltschaft geht aber davon aus, dass der 42-Jährige noch weitere rund 57.000 Bitcoins besitzt. Beim aktuellen Kurs wären diese gut 3,6 Milliarden Euro wert. Zudem soll er bei dem Verkauf der Kryptowährung in den Jahren seines Abtauchens mindestens 125 Millionen Euro durch Geldwäsche erlangt haben. Der Verbleib dieser Werte ist noch unklar.
Wer hat Anspruch auf das Geld?
Eigentümer sind laut Gerichtssprecherin derzeit noch die Angeklagten, bis ein Urteil gegen sie rechtskräftig wird. Wird der Hauptangeklagte freigesprochen, fließt das Geld wieder auf sein Konto. Bei einer Verurteilung entscheidet die Wirtschaftsstrafkammer in Leipzig in dem Verfahren aber auch über die mögliche Einziehung des Vermögens.
Für den Prozess sind zahlreiche Verhandlungstage bis Mitte Mai angesetzt.
Die Gewinne mit einem illegalen Streamingdienst wurden in Bitcoins angelegt – der Erlös ist gewaltig. (Symbolbild)Fernando Gutierrez-Juarez/dpa
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Im Prozess um den illegalen Streamingdienst „movie2k.to“ hat das Gericht eine Verständigung angeregt, sagte der Vorsitzende Richter Karsten Nickel. (Archivbild)David Hammersen/dpa
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