dpa

Prozess im Fall Lorenz beginnt wohl noch in diesem Jahr

Im Frühjahr 2025 wurde in Oldenburg der 21-jährige Lorenz von einem Polizisten erschossen. Ein Prozess gegen den Beamten nimmt langsam Gestalt an.

20.10.2026

Der Prozess gegen den Polizeibeamten beginnt voraussichtlich im Dezember. (Archivbild)Hauke-Christian Dittrich/dpa

Der Prozess gegen den Polizeibeamten beginnt voraussichtlich im Dezember. (Archivbild)Hauke-Christian Dittrich/dpa

© Hauke-Christian Dittrich/dpa

Der Prozess um die tödlichen Schüsse aus einer Polizeiwaffe auf den 21-jährigen Lorenz dürfte noch im laufenden Jahr am Landgericht Oldenburg beginnen. Den am Verfahren beteiligten Anwälten wurden nach Gerichtsangaben mögliche Sitzungstermine im Zeitraum vom 8. Dezember 2026 bis zum 16. Juni 2027 mitgeteilt. Es sei um kurzfristige Mitteilung gebeten worden, welche Termine infrage kommen.

Der angeklagte Polizist soll den Deutschen in der Nacht zum Ostersonntag 2025 bei einem Einsatz in der Oldenburger Fußgängerzone von hinten erschossen haben. Die Ermittlungen ergaben, dass der Beamte fünfmal innerhalb von zwei Sekunden aus höchstens anderthalb Metern Entfernung geschossen und dabei Lorenz viermal getroffen hatte - in Bauch, Oberschenkel, Hüfte und Kopf. Lorenz starb im Krankenhaus.

Zu dem Polizeieinsatz war es gekommen, weil Passanten eine Körperverletzung in der Oldenburger Innenstadt gemeldet hatten. Lorenz soll daran beteiligt gewesen sein.

War es Notwehr?

Nach früheren Gerichtsangaben macht die Verteidigung des Polizeibeamten eine Notwehrlage geltend. Die Oldenburger Staatsanwaltschaft geht dagegen davon aus, dass der Polizist irrtümlich glaubte, sich in einer Notwehrlage zu befinden. Im vergangenen November hatte die Staatsanwaltschaft den Beamten wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Demnach wollte Lorenz zum Zeitpunkt der Schussabgabe fliehen, um nicht festgenommen zu werden.

Der gewaltsame Tod des jungen Mannes löste weit über die Grenzen der niedersächsischen Stadt hinaus Entsetzen aus. Bundesweit gingen Menschen gegen Polizeigewalt und Rassismus auf die Straßen.