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Protest im Liegen: ME/CFS-Betroffene wollen sichtbar werden

Kranke, die kaum aus dem Bett kommen, wollen sichtbar werden: In Leipzig und Dresden haben sich Patienten und Angehörige jetzt auf die Marktplätze gelegt.

09.05.2026

Der Marktplatz in Leipzig war bei der Demo gut gefüllt.Heiko Rebsch/dpa

Der Marktplatz in Leipzig war bei der Demo gut gefüllt.Heiko Rebsch/dpa

© Heiko Rebsch/dpa

Mit Demonstrationen im Liegen haben Betroffene und Angehörige in Sachsen auf die schwere Erkrankung ME/CFS und die möglichen Langzeitfolgen von Corona-Infektionen aufmerksam gemacht. Die Protestaktionen auf dem Marktplatz in Leipzig und dem Neumarkt in Dresden waren gut besucht, wie Reporter der Deutschen Presse-Agentur beobachteten. Auf den Schildern der Teilnehmer war etwa zu lesen „1% Energie, 100% Mensch“ und „Ich will mein Leben zurück! Forschung für ME/CFS jetzt!“ zu lesen.

Initiative mit bundesweiten Aktionen

Die Demonstrationen waren Teil einer bundesweiten Initiative, die der ehemalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) als Schirmherr unterstützt. Aus Anlass des internationalen Tags zur Aufklärung über die Krankheit am 12. Mai hatte die Initiative zu mehr als 40 Aktionen in ganz Deutschland aufgerufen. Zu den Forderungen zählt eine stärkere Förderung von ME/CFS-Forschung und eine flächendeckende Versorgung in spezialisierten Kompetenzzentren, die Patienten betreuen. 

Nach Schätzungen mehr als eine halbe Million Betroffene

ME/CFS-Betroffene fühlen sich dauerhaft erschöpft und können an vielen weiteren Symptomen wie starken Schmerzen leiden. Die langwierige Krankheit wurde zuletzt vornehmlich als Folge einer Covid-19-Erkrankung bekannt, kann aber auch nach anderen Infektionen auftreten. Durch die Pandemie soll die Zahl der Betroffenen allerdings stark gestiegen sein. Nach Angaben der Initiative sind inzwischen mehr als 600.000 Menschen in Deutschland an ME/CFS erkrankt.

Die Teilnehmer forderten mehr Geld für Forschung und die bessere Versorgung von Patienten.Heiko Rebsch/dpa

Die Teilnehmer forderten mehr Geld für Forschung und die bessere Versorgung von Patienten.Heiko Rebsch/dpa

© Heiko Rebsch/dpa