dpa

Protest gegen Schwangerschaftsabbrüche in Berlin

Weiße Kreuze, Babypuppe am Kreuz – beim „Marsch für das Leben“ setzen Menschen auf Symbolik. Es gibt Proteste und die Polizei schreitet ein.

19.09.2026

Weiße Kreuze sollen an abgetriebene Kinder erinnern während des „Marsch für das Leben“. Annette Riedl/dpa

Weiße Kreuze sollen an abgetriebene Kinder erinnern während des „Marsch für das Leben“. Annette Riedl/dpa

© Annette Riedl/dpa

Hunderte Gegner von Schwangerschaftsabbrüchen und Dutzende Gegendemonstranten haben nach Polizeiangaben in Berlin demonstriert. An der Demonstration unter dem Titel „Marsch für das Leben“ des Vereins Bundesverband Lebensrecht (BVL), ein Zusammenschluss meist christlich geprägter Organisationen, beteiligten sich nach Angaben einer Polizeisprecherin bis zu 2.200 Menschen. Bis zu 300 Menschen seien bei Gegenveranstaltungen dabei gewesen. 

Damit wurden laut Polizei auf beiden Seiten die jeweils von den Veranstaltern genannten Teilnehmerzahlen nicht erreicht. Für den „Marsch für das Leben“ war von bis zu 5.000 Teilnehmern die Rede gewesen, auf der Gegenseite waren rund 800 Menschen angekündigt worden.

Die Demonstranten forderten ein Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen. Auf Transparenten und Schildern hieß es etwa „Kein Tod auf Rezept“. Auf einem Kreuz, auf das eine winzige Babypuppe geschnürt wurde, war zu lesen „Keine Kinder – Keine Zukunft“. Am Startpunkt der Demonstration stellten Teilnehmer des „Marschs für das Leben“ weiße Kreuze auf. 

Auch in Köln wollten Menschen für und gegen Abtreibungen demonstrieren. Die Veranstalter hatten jeweils 3.000 Menschen angemeldet. Tatsächlich kamen nach Einschätzung der Polizei aber deutlich weniger. Eine genaue Teilnehmerzahl nannten die Einsatzkräfte nicht. Die Kundgebungen seien auf beiden Seiten friedlich gestartet, hieß es. 

Während des Demonstrationszuges der Abtreibungsgegner in Berlin, der an der Charité vorbeiführte, kam es nach Polizeiangaben zu Zwischenfällen: Vermutlich um diesen zu blockieren, hätten sich 30 bis 40 Menschen Zutritt zu dem Krankenhaus verschafft, teilte die Polizei auf der Plattform X mit. Die Polizei schritt ein und ermittelt wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs. Von den verdächtigen Personen wurden die Personalien festgestellt. Später versuchten etwa 100 Menschen die Abschlusskundgebung vom „Marsch für das Leben“ durch lautes Trommeln und Pfeifen zu behindern. 

Die Polizei begleitete die Proteste mit einem größeren Aufgebot. Weil es weitere Demonstrationen in der Hauptstadt gibt, ist sie nach eigenen Angaben mit rund 1.150 Beamtinnen und Beamten im Einsatz.

Zwei junge Frauen nehmen an der Gegendemonstration des Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung zum „Marsch für das Leben“ teil. Annette Riedl/dpa

Zwei junge Frauen nehmen an der Gegendemonstration des Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung zum „Marsch für das Leben“ teil. Annette Riedl/dpa

© Annette Riedl/dpa

„Frauenrechte beginnen im Mutterleib“ steht auf einem Plakat, das eine Demonstrantin hält während des „Marsch für das Leben“.Annette Riedl/dpa

„Frauenrechte beginnen im Mutterleib“ steht auf einem Plakat, das eine Demonstrantin hält während des „Marsch für das Leben“.Annette Riedl/dpa

© Annette Riedl/dpa