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Preise für Wohnungslosenprojekte und Proteste

Vor der Melanchthon-Kirche wird demonstriert, drinnen werden Projekte geehrt. Aktivisten und Politiker machen am Tag der wohnungslosen Menschen auf Missstände aufmerksam.

11.09.2026

Am Tag der wohnungslosen Menschen hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Berlin-Kreuzberg den in der Wohnungslosenhilfe engagierten Menschen gedankt. Bernd von Jutrczenka/dpa

Am Tag der wohnungslosen Menschen hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Berlin-Kreuzberg den in der Wohnungslosenhilfe engagierten Menschen gedankt. Bernd von Jutrczenka/dpa

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Auszeichnung drinnen, Protest draußen: Am Tag der wohnungslosen Menschen hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Berlin-Kreuzberg den in der Wohnungslosenhilfe engagierten Menschen gedankt. Er habe im Laufe der Jahre immer wieder Helfer, Berater und Betroffene kennenlernen dürfen, diese Begegnungen hätten ihn berührt, sagte Steinmeier vor der Preisverleihung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W), die in der Melanchthon-Kirche drei Angebote auszeichnen wollte.

Die Schicksale Wohnungsloser beschäftigten ihn immer wieder, sagte Steinmeier. Umso wichtiger sei es, dass es die BAG Wohnungslosenhilfe, die Stiftung der Deutschen Fußballnationalmannschaft und viele weitere gebe, die sich gegen Wohnungslosigkeit engagieren. Neben Steinmeier waren auch Berlins Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) und DFB-Sportdirektor Rudi Völler vor Ort. Auch Berlin arbeite an der Stärkung der Beteiligung, sagte sie. Sie verwies auf die neuen Leitlinien der Wohnungslosenhilfe.

Neben Steinmeier waren auch Rudi Völler vor Ort. Bernd von Jutrczenka/dpa

Neben Steinmeier waren auch Rudi Völler vor Ort. Bernd von Jutrczenka/dpa

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Drei Angebote ausgezeichnet

Die drei ausgezeichneten Angebote zeigen, dass Teilhabe in der Praxis sehr unterschiedlich aussehen kann, hieß es. Der Berliner Verein querstadtein e.V. wurde für autobiografische Stadtführungen von wohnungs- oder obdachlosen Menschen ausgezeichnet. Sie erzählen ihre Geschichten an Orten im öffentlichen Raum, an denen sie mal gelebt haben.

Housing First Bremen (Hoppenbank e.V.) wurde für die gleichberechtigte Einbindung von Peerberaterinnen und -beratern ausgezeichnet. Erfahrungswissen werde hier als gleichwertig neben dem Wissen von Fachkräften der Sozialen Arbeit verstanden, hieß es.

Der Bewohnerinnen- und Bewohnerbeirat des Hauses Weissenburg (SKM gGmbH Düsseldorf) erhalte die Auszeichnung für sein seit 1990 gewachsenes demokratisches Gremium. Bewohnerinnen und Bewohner des betreuten Wohnens können ihre Interessen hier, abgesichert durch eine gemeinsam erarbeitete Satzung, selbst vertreten.

Susanne Hahmann, Vorstandsvorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft WohnungslosenhilfeBernd von Jutrczenka/dpa

Susanne Hahmann, Vorstandsvorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft WohnungslosenhilfeBernd von Jutrczenka/dpa

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Bündnis erinnert an gestorbene Wohnungslose

Zeitgleich ruft das Bündnis „Gemeinsam gegen Obdachlosigkeit und Zwangsräumungen“ zu einer Kundgebung gegenüber der Kirche auf. Die Aktivisten wollen nach eigenen Angaben an Menschen erinnern, die infolge von Wohnungsverlust, Zwangsräumungen, Behördenversagen oder fehlendem Wohnraum gestorben seien.

In Neukölln lädt am Nachmittag die Union für Obdachlosenrechte Berlin zu einem „Tag der Begegnung, der Beschwerde und des Protests“ ein. Im Mittelpunkt steht eine politische Diskussion zur Berliner Wahl 2026: Wohnungslose und diejenigen, die es einmal waren, können ihre Fragen direkt an Neuköllner Politiker stellen.

In den Obdachlosenunterkünften in Berlin leben nach Angaben des Paritätischen Wohlfahrtverbands rund 57.000 Menschen. Zusätzlich leben demnach derzeit rund 6.000 bis 7.000 Menschen auf der Straße.

In Berlin leben Schätzungen zufolge 6.000 bis 7.000 Menschen auf der Straße. (Archivbild)Jens Kalaene/dpa

In Berlin leben Schätzungen zufolge 6.000 bis 7.000 Menschen auf der Straße. (Archivbild)Jens Kalaene/dpa

© Jens Kalaene/dpa