Preise für Immobilien mit Öko-Heizsystemen steigen
Immobilien mit Wärmepumpe oder Fernwärme gelten als attraktiv – nicht nur wegen der Energiekosten. Wie sich das auf die Preisentwicklung in und um Hamburg auswirkt.
Immobilien mit Wärmepumpen oder Fernwärmeheizungen sind bei Käufern beliebt - entsprechend steigen laut der Analyse einer Maklerfirma auch die Preise vor allem im Hamburger Umland. (Symbolbild)picture alliance/dpa
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Die Energieeffizienz und langfristigen Betriebskosten der Wärmeversorgung sind beim Immobilienkauf in Hamburg und im Umland ein immer wichtigeres Kriterium - und bestimmten die Preisentwicklung mit. „Die Kaufinteressenten differenzieren heute deutlich stärker als noch vor einigen Jahren und betrachten die Gesamtsituation einer Immobilie“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter der bundesweit operierenden Maklerfirma Von Poll Immobilien, Daniel Ritter. Gleichzeitig räumte er aber ein: „In den besten Lagen finden aber auch Immobilien jeglicher Heiztechnik weiterhin ihre Käufer.“
Rund 11.100 Angebote ausgewertet
Die Maklerfirma hat nach eigenen Angaben in Hamburg sowie im niedersächsischen und schleswig-holsteinischen Umland die Angebotspreise im ersten Quartal mit jenen des Vorjahresquartals verglichen. Ein besonderes Augenmerk warf sie dabei auf die Heizarten Wärmepumpen, Fernwärme, Gas- sowie Ölheizungen. Untersucht wurden den Angaben zufolge rund 11.100 Angebote für Neu- und Bestandsbauten.
Das Ergebnis: Die stärksten Preissteigerungen im Hamburger Umland zeigen sich bei Wohnimmobilien mit Solar, Luft-, Wasser- oder Erdwärme. Spitzenreiter sei Lüneburg. Dort seien die Preise um durchschnittlich 14,8 Prozent auf 4.430 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Dahinter folgten der Kreis Pinneberg mit einer Steigerung von 12,5 Prozent auf 5.539 Euro je Quadratmeter, das Herzogtum Lauenburg mit 11,1 Prozent auf 3.613 Euro und der Landkreis Harburg mit 7,8 Prozent auf 4.618 Euro.
Preise für Immobilien mit Wärmepumpe ziehen an
Bergauf ging es auch in den Kreisen Stormarn und Segeberg - mit 4,8 Prozent auf 4.589 Euro beziehungsweise mit 3 Prozent auf 4.086 Euro. Einzig im Landkreis Stade verzeichnete die Maklerfirma einen leichten Rückgang um 1,7 Prozent auf 3.892 Euro pro Quadratmeter. Die Stadt Hamburg bleibe bei Immobilien mit Solar, Luft-, Wasser- und Erdwärme mit durchschnittlich 6.569 Euro (plus 4,9 Prozent) das teuerste Marktumfeld der Analyse.
Immobilien mit Fernwärme oder strombasierten Heizungen sind in Hamburg im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal laut der Untersuchung einer Maklerfirma um 7,7 Prozent teurer geworden. Im Schnitt kostete ein Quadratmeter 8.029 Euro. (Symbolbild)Georg Wendt/dpa
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Bei den fernwärme- und strombasierten Immobilien kletterten die Preise im Kreis Pinneberg um 12,9 Prozent auf 4.396 Euro pro Quadratmeter. Dahinter folgten der Landkreis Harburg mit einem Plus von 9,7 Prozent sowie der Kreis Stormarn mit einem Plus von 7,8 Prozent. Rückgänge gab es dagegen bei der Fernwärme in Lüneburg (minus 8,8 Prozent) und im Landkreis Stade (minus 6,5 Prozent). Das mit Abstand höchste Preisniveau bei den fernwärme- und strombasierten Immobilien weise Hamburg mit durchschnittlich 8.029 Euro pro Quadratmeter (plus 7,7 Prozent) auf.
Erneuerbare Heizsysteme im Trend
Insgesamt seien im Hamburger Umland jedoch die Angebotspreise für Wohnimmobilien mit Öko-Heizsystemen im ersten Quartal im Schnitt um 9,5 Prozent und damit nahezu doppelt so stark wie in der Hansestadt gestiegen. „Immobilien mit Wärmepumpen oder Fernwärme werden oftmals als Vorteil wahrgenommen, da viele Käufer Wert auf kalkulierbare Energiekosten und einen geringen Modernisierungsbedarf legen“, sagte der Pinneberger Geschäftsstellenleiter der Maklerfirma, Pierre Rosenberg.
Die Preise für Immobilien mit fossilen Gasheizungen sind im Hamburger Umland annähernd gleich geblieben, während sie in Hamburg selbst leicht zurückgingen. (Symbolbild)Hendrik Schmidt/dpa
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Die Preise für Immobilien mit Gasheizungen liegen durchgängig unter jenen, die mit erneuerbaren Energien beheizt werden. Und auch die Steigerungsrate liege bei ihnen im Umland bei lediglich 0,3 Prozent auf durchschnittlich 3.379 Euro pro Quadratmeter. In Hamburg selbst sei sogar ein Rückgang der Preise um 1,5 Prozent auf durchschnittlich 5.175 Euro pro Quadratmeter verzeichnet worden.
Ölbeheizte Immobilien am günstigsten - aber teils hohe Steigerungen
Mit im Schnitt 2.937 Euro pro Quadratmeter noch günstiger sind im Hamburger Umland Immobilien mit Ölheizungen. Allerdings seien in diesem Bereich teils deutliche Teuerungen festzustellen. So seien die Preise im Herzogtum Lauenburg um 10,2 Prozent gestiegen, im Landkreis Harburg um 9,8 Prozent und in Lüneburg um 7,7 Prozent. In Hamburg seinen die Preise dagegen minimal um 0,2 Prozent auf 4.718 Euro pro Quadratmeter gefallen.
Im Hamburger Umland sind mit im Schnitt 2.937 Euro pro Quadratmeter Immobilien mit Ölheizungen am günstigsten. Allerdings seien in einzelnen Regionen auch teils deutliche Teuerungen festzustellen.Christian Charisius/dpa
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Die Geschäftsstellenleiterin Hamburg-Elbvororte, Sandra Lundt, sagte, Käufer beschäftigten derzeit vor allem die Auswirkungen des Gebäudeenergiegesetzes, Modernisierungsmaßnahmen und die
Entwicklung der Energiekosten. „Während eine ältere Öl- oder Gasheizung allein selten zum Ausschlusskriterium wird, wirken sich ein niedriger
energetischer Standard und ein umfangreicher Modernisierungsbedarf zunehmend auf die Preisfindung aus.“