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Potsdams OB zu Jugendgewalt: Wollen Macht demonstrieren

Die Polizei reagiert mit einer Ermittlungsgruppe auf die zunehmende Jugendgewalt in Potsdam. Was die Oberbürgermeisterin zu den Gewalttaten und möglichen Motiven sagt.

12.10.2026

Potsdams Oberbürgermeister Noosha Aubel muss sich mit vermehrten Straf- und Gewalttaten Jugendlicher in der Stadt befassen. (Archivbild)Bernd von Jutrczenka/dpa

Potsdams Oberbürgermeister Noosha Aubel muss sich mit vermehrten Straf- und Gewalttaten Jugendlicher in der Stadt befassen. (Archivbild)Bernd von Jutrczenka/dpa

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Sie haben es offenbar nicht zuerst auf Beute abgesehen, sondern wollen Macht demonstrieren: Bei den Gewaltstraftaten jugendlicher Gruppen in Potsdam geht es nach den Worten von Oberbürgermeisterin Noosha Aubel darum, dass die Täter sich gezielt schwächere Menschen als Opfer suchten.

„Das Motiv scheint Machtausübung zu sein“, sagte die parteilose Rathauschefin der Deutschen Presse-Agentur. Sie hatte sich dazu auch mit der Polizei ausgetauscht. Es gehe nicht in erster Linie darum, Beute zu machen und an Geld zu kommen, meinte Aubel.

Neue Ermittlungsgruppe der Polizei und mehr Kräfte 

In einigen Bereichen der Potsdamer Innenstadt und in Stadtteilen sollen Jugendliche mehrere Gewalttaten begangen und ihre Opfer teils schwer verletzt haben. Die Polizei teilte vor einigen Tagen mit, dass es sich nicht um eine „fest strukturierte Jugendbande“ handele, sondern die Taten meist von losen Gruppen Jugendlicher und Heranwachsender begangen werden. Die Sicherheitsbehörde richtete eine eigene Ermittlungsgruppe ein und erhöhte die Präsenz von Polizeikräften.

Aubel: Auch Prävention stärken

„Es ist ein Problem. (...) Und es ist nicht tolerabel“, sagte Oberbürgermeisterin Aubel. „Da müssen wir jetzt zum einen sehr repressiv vorgehen.“ Aber neben den Maßnahmen der Polizei müsse auch die Stadt schauen, „wie können wir stärker in die Prävention gehen, dass Jugendliche und junge Männer gar nicht erst diesen Weg einschlagen“.

Es handle sich um einen „losen Gruppenverbund“, der sich wohl auch über die sozialen Medien organisiere, so Aubel.

Opfer erlitten Verletzungen am Kopf

Bei einer Gewaltattacke im Potsdamer Stadtteil Schlaatz waren drei junge Menschen verletzt worden. Ein 19-Jähriger erlitt bei der Auseinandersetzung Verletzungen am Kopf und kam ins Krankenhaus. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei sollen etwa zehn Unbekannte den jungen Mann umringt, geschlagen und getreten haben. Im Krankenhaus trafen die Beamten auf zwei 19 und 21 Jahre alte Bekannte des Opfers, die bei dem Angriff leichte Verletzungen erlitten.

Im September kam es am Wannsee in Berlin zu einem gewaltsamen Angriff, bei dem Spuren nach Potsdam geprüft werden. Eine Gruppe von 15 bis 20 Personen soll andere junge Leute mit Faustschlägen und massiver Gewalt angegriffen haben. Ein 18-Jähriger kam mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus.