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Potsdamer OB: Keine kurzfristigen Lösungen in Wohnungskrise

Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel macht bezahlbare Mieten zu ihrem Schwerpunkt. Ein Jahr nach ihrem Amtsantritt ist klar: Beim Thema Wohnen dauert vieles länger als erhofft.

16.10.2026

Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel will gegen die Wohnungskrise in Potsdam vorgehen. (Archivbild)  Bernd von Jutrczenka/dpa

Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel will gegen die Wohnungskrise in Potsdam vorgehen. (Archivbild) Bernd von Jutrczenka/dpa

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Ein Jahr nach ihrem Amtsantritt ist Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel bei der Schaffung von Wohnraum noch nicht so schnell vorangekommen, wie es aus ihrer Sicht wünschenswert ist. „Mir geht immer alles zu langsam“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Beim Wohnen gibt es laut Aubel aber keine kurzfristigen Lösungen. 

„Das kriegt man in einem Jahr nicht hin.“ Die parteilose Politikerin Aubel hatte bezahlbare Mieten zum Schwerpunkt ihres Wahlkampfes gemacht. 

„Kommen in Phase der Umsetzung“

Mitte 2027 soll die neu geschaffene Wohnraumagentur nach ihren Vorstellungen damit beginnen können, Menschen in bestehenden Wohnraum zu vermitteln, wie sie ankündigte. „Das sind natürlich Themen, da würde ich mir wünschen, wir hätten schon x Wohnungen umgesetzt, aber da brauchen die Prozesse eben ihre Zeit und jetzt kommen wir in die Phase der Umsetzung“, sagte Aubel. Die Wohnraumagentur solle künftig in mindestens 200 Fällen pro Jahr Menschen zu Wohnraum verhelfen. 

Das städtische Wohnungsunternehmen soll zudem in den kommenden Jahren 1.000 neue Wohnungen bauen, viele davon mit einer Mietpreisbindung. Außerdem gilt eine Mietpreisbremse mit dem Ziel, Mieter vor zu hohen Mieten zu schützen.

Was soll die Wohnraumagentur machen? 

Neben Neubauplänen soll auch vorhandener Wohnraum besser genutzt werden. Das ist Aufgabe der Wohnraumagentur. Sie soll nach Angaben der Stadt Menschen unterstützen, die auf großer Wohnfläche leben und ihre Wohnsituation freiwillig verändern möchten, etwa, weil sie manche Räume nicht nutzen, eine Einliegerwohnung leer steht oder der Wunsch nach mehr Gemeinschaft und Nachbarschaft besteht. 

So kann es Aubel zufolge unter anderem Umbauzuschüsse geben. Bei Vermietern, die schlechte Erfahrungen gemacht hätten, könne die Stadt die Miete absichern, so die Oberbürgermeisterin. 

Stellen für Beratungen nötig

Für das Projekt sollen entsprechende Berater zur Verfügung stehen. „Aktuell versuchen wir Möglichkeiten zu schaffen, aus uns heraus Stellen zu schaffen, weil wir brauchen ja die Menschen, die diese Beratungsleistungen dann auch anbieten können.“

Aubel: Überparteiliche Amtsführung funktioniert

Das erste Amtsjahr habe sich trotz einiger „nicht planbarer Themen“ weitgehend so entwickelt, wie sie es sich vorgestellt habe, meinte Aubel. „Also es gibt jetzt kein Empfinden zu sagen, es ist deutlich herausfordernder. Deutlich leichter ist es auf jeden Fall nicht.“

Aus Sicht Aubels hat sich gezeigt, dass bei einer überparteilichen Amtsführung die Suche nach Mehrheiten erfolgreich gelingen kann. „Weit über 90 Prozent der Verwaltungsvorlagen sind beschlossen worden. Also es funktioniert“, sagte die Rathauschefin. „Wir müssen uns gemeinsam gerade in diesen sowohl politischen als auch fiskalisch anspruchsvollen Zeiten committen und die Dinge gemeinsam nach vorne bringen.“

Wahlsieg mit fast 73 Prozent

Im Oktober 2025 hatte Aubel mit ihrem deutlichen Sieg bei der Oberbürgermeisterwahl in Potsdam die lange SPD-Ära in der brandenburgischen Landeshauptstadt beendet. Die 50-Jährige, die sich bewusst als überparteiliche Bewerberin präsentierte, holte in der Stichwahl 72,9 Prozent der Stimmen.