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Polizei geht Angriffen auf YouTubern nach und prüft Kritik

Nach Angriffen auf YouTuber bei einer AfD-Veranstaltung prüft die Polizei nicht nur die Gewalttaten, sondern in einem Fall auch das Vorgehen ihrer eigenen Einsatzkräfte.

04.10.2026

Bei einer Kundgebung der AfD im ostbrandenburgischen Fürstenwalde kam es vereinzelt auch zu Auseinandersetzungen. Nach Angriffen auf YouTuber ermittelt die Polizei.Patrick Pleul/dpa

Bei einer Kundgebung der AfD im ostbrandenburgischen Fürstenwalde kam es vereinzelt auch zu Auseinandersetzungen. Nach Angriffen auf YouTuber ermittelt die Polizei.Patrick Pleul/dpa

© Patrick Pleul/dpa

Nach Attacken und Auseinandersetzungen zwischen Besuchern einer AfD-Veranstaltung in Fürstenwalde und YouTubern ermittelt die Polizei. Sie geht intern aber auch Kritik am Vorgehen der Einsatzkräfte nach. 

Ein Blogger gegen Rechtsextremismus stellte Videoaufnahmen von einem Angriff gegen ihn am Samstag ins Netz. Dabei beschwerte er sich, er habe einen Platzverweis erhalten, nicht aber der mutmaßliche Angreifer. 

„Das Video ist Gegenstand des Ermittlungsverfahrens, das gucken wir uns an“, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Ost. „Wenn Kritik an der polizeilichen Arbeit geäußert wird, wird das zu einer internen Prüfung führen.“

Zahlreiche AfD-Anhänger kamen am Tag der Einheit am Samstag in Fürstenwalde zu einer öffentlichen Kundgebung zusammen, wo Thüringens AfD-Landesvorsitzender Björn Höcke redete. Die Polizei sprach von rund 1.500 Besuchern. 

Streit um Videoaufnahmen Auslöser? 

Wie die Polizei in einer Mitteilung schrieb, soll ein 23 Jahre alter Youtuber, der über das Geschehen berichtete, körperlich attackiert und beleidigt worden sein. Zuvor soll er selbst gegen den Willen des Beschuldigten „Detailaufnahmen“ gemacht haben. 

Ein Sprecher der Polizei schilderte am Tag nach dem Vorfall, der wegen Körperverletzung verdächtige Besucher der AfD-Veranstaltung sei zuvor gefilmt worden. Der Youtuber sei nach bisherigen Erkenntnissen aufgefordert worden, damit aufzuhören. Dann sei der Youtuber beleidigt worden - mit Bezug zu den Verbrechen der Nationalsozialisten. Deshalb wird gegen eine 38 Jahre alte Frau ermittelt, wie der Sprecher sagte. Ihr Begleiter solle dann den Youtuber geschlagen haben. Zivilkräfte der Polizei gingen dazwischen. 

YouTuber durfte nicht mehr auf Platz mit AfD-Anhängern

Der Youtuber habe zu seinem Schutz und um weiteren Straftaten vorzubeugen, die Auflage bekommen, den Platz mit der AfD-Versammlung nicht mehr zu betreten, sagte der Polizei-Sprecher. Gegen den mutmaßlichen Angreifer sei kein Platzverweis ausgestellt worden. Er habe die AfD-Versammlung wieder besuchen dürfen, weil kein „konfrontatives Potenzial“ zu erwarten gewesen sei. 

Der Youtuber bezeichnete das Verhalten der Polizei dagegen als nicht nachvollziehbar. „Der Mann der uns angegriffen hat, darf weiter auf der Veranstaltung sein. Keine Worte dafür!“, hieß es bei Instagram. 

Weitere Anzeige wegen Körperverletzung

Bei einer Demonstration der AfD durch das Stadtgebiet von Fürstenwalde kam es am Samstag zu einer weiteren körperlichen Auseinandersetzung. Dabei soll ein anderer Youtuber körperlich attackiert worden sein, wie die Polizei mitteilte. Der Beschuldigte habe eine Gegenanzeige ebenfalls zum Vorwurf der Körperverletzung gegen den Youtuber erstattet.