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Polizei: Nach Club-Einsatz hohe Zahl von Strafverfahren

Etwa 100 Polizeibeamte durchsuchen auf der Suche nach Drogen einen Augsburger Club und dessen Gäste. Es hagelt Kritik, die Ermittler wehren sich gegen den Vorwurf der Unverhältnismäßigkeit.

03.02.2026

Ein Handout-Foto der Augsburger Polizei zu einem umstrittenen Großeinsatz in einem Club. Das Bild zeigt laut Ermittlern die während der Durchsuchungen gefundenen Drogen.Augsburger Polizei/dpa

Ein Handout-Foto der Augsburger Polizei zu einem umstrittenen Großeinsatz in einem Club. Das Bild zeigt laut Ermittlern die während der Durchsuchungen gefundenen Drogen.Augsburger Polizei/dpa

© Augsburger Polizei/dpa

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln nach einem vielfach kritisierten Großeinsatz in einem Augsburg Club in einer „mittleren zweistelligen Zahl“ von Strafverfahren wegen Drogenverstößen. Das berichtete das Polizeipräsidium Schwaben Nord am Abend und wehrte sich damit gegen Vorwürfe eines unverhältnismäßigen Einsatzes. Demnach stellten die Ermittler in dem Gebäude auf mehreren Etagen Drogen sicher, auch in Räumen, die für die Gäste nicht zugänglich sind. Dem Einsatz voraus gingen demnach langwierige Ermittlungen bereits seit Ende 2024.

Der Großeinsatz mit gut 100 Polizisten in dem Augsburger Club am Samstagabend wurde von einer spontanen Protestkundgebung begleitet, seither wird in sozialen Netzwerken und in Medien diskutiert, ob das Vorgehen der Ermittler angemessen war. Die Beamten durchsuchten über mehrere Stunden sämtliche 263 Anwesenden, mehrere mussten sich ausziehen. 

„Schnelles und unerwartetes Eindringen“

Das Polizeipräsidium rechtfertigte den Einsatz. Aus polizeitaktischer Sicht sei zur Sicherung des Strafverfahrens bei entsprechenden Einsatzlagen „ein schnelles und unerwartetes Eindringen“ in die Örtlichkeiten von entscheidender Bedeutung. „Durch dieses Vorgehen soll verhindert werden, dass Beweismittel vernichtet oder Personen nicht mehr zuzuordnen sind“, hieß es in der Mitteilung. 

Die Durchsuchungen begannen demnach um 21.30 Uhr und endeten kurz vor Mitternacht. „Bei einem Teil der Personen war eine Entkleidung erforderlich, um mögliches verstecktes Betäubungsmittel aufzufinden.“ Ausziehen mussten sich demnach diejenigen, bei denen bereits Drogen gefunden worden waren, oder „deren Verhalten den Besitz von Betäubungsmitteln vermuten ließ“, wie es in der Mitteilung hieß. Laut Mitteilung wurde eine mittlere zweistellige Zahl von Ermittlungsverfahren wegen Besitzes oder Handels mit Drogen eingeleitet, eine genaue Zahl nannte das Polizeipräsidium nicht.