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Pistorius plant Milliarden-Investitionen in Drohnenabwehr

Drohnen spielen in Konflikten eine immer größere Rolle. Verteidigungsminister Pistorius verfolgt einen Plan, wie er die Bundeswehr dafür besser ausstatten möchte.

16.06.2026

Verteidigungsminister Pistorius ließ sich bei seinem Besuch beim Objektschutzregiment die Funktion eines Störsenders gegen Drohnen erklären. Hauke-Christian Dittrich/dpa

Verteidigungsminister Pistorius ließ sich bei seinem Besuch beim Objektschutzregiment die Funktion eines Störsenders gegen Drohnen erklären. Hauke-Christian Dittrich/dpa

© Hauke-Christian Dittrich/dpa

Drohnen spielen in militärischen Konflikten eine immer größere Rolle - die Bundeswehr soll daher bei der Drohnenabwehr nach Plänen von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius stärker werden. Bei einem Truppenbesuch in Friesland kündigte der Minister erhebliche Investitionen dafür an. „Wir starten in diesen Tagen einen Aktionsplan Drohnen“, sagte der SPD-Politiker. Der Aktionsplan umfasse eine Vielzahl von Maßnahmen, die nun umgesetzt würden. „Und das bedeutet, dass wir bis zum Ende des Jahrzehnts circa 16 Milliarden Euro in diesen Bereich investieren wollen.“

„Wir beschaffen Drohnen, die aufklären, wir beschaffen Drohnen, die wirken sowie angreifende Drohnen eben abwehren können - also das gesamte Spektrum“, sagte Pistorius. Bei der Einführung in die Truppe wolle man „sehr strategisch und sehr zielgerichtet“ vorgehen. Es komme darauf an, schnell, effektiv „das Richtige“ zu beschaffen und damit in der Truppe zu üben. 

Besuch bei Drohnen-Spezialisten

Pistorius besuchte zusammen mit dem Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer, das Objektschutzregiment „Friesland“ der Luftwaffe auf dem ehemaligen Nato-Flugplatz Upjever (Landkreis Friesland). Dort ist ein sogenanntes Schnelles Reaktionselement (SRE) zur Abwehr von Drohnen stationiert. Die Luftwaffe wurde als erste Teilstreitkraft im April 2025 mit so einer Einheit ausgestattet. Inzwischen ist die Einheit laut der Luftwaffe einsatzbereit und hat sich bereits bei Einsätzen und Übungen bewährt. 

In die Drohnenabwehrfähigkeiten der Bundeswehr möchte Verteidigungsminister Boris Pistorius deutlich investieren. Hauke-Christian Dittrich/dpa

In die Drohnenabwehrfähigkeiten der Bundeswehr möchte Verteidigungsminister Boris Pistorius deutlich investieren. Hauke-Christian Dittrich/dpa

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Pistorius sagte, ab Juli würden alle Teilstreitkräfte der Bundeswehr über solche Drohneneinheiten verfügen. „Die Spezialistinnen und Spezialisten sind mit ihrer Expertise bei Bedarf sehr, sehr schnell einsatzbereit, um Drohnen abzuwehren, zum Beispiel um militärische Anlagen und andere wichtige Objekte zu schützen“, sagte der Verteidigungsminister. 

Wie die Drohnenabwehr funktioniert

Das Objektschutzregiment bildet mit mehr als 1.500 Kräften an mehreren Standorten quasi die Bodentruppen der Luftwaffe. Das Regiment hat unter anderem die Aufgabe, Personal und Material gegen Angriffe und Störungen zu schützen - dazu können auch Drohnen zählen.

Die Soldatinnen und Soldaten gaben dem Minister bei seinem Besuch einen Einblick in ihre Fähigkeiten. Mit mobilen Detektionssystemen kann die Einheit kleinere Drohnen in ihrer Nähe erkennen und etwa mit sogenannten Jammern dann stören. Diese Geräte senden Signale aus, die Funk- oder Satellitensignale überlagern oder blockieren. Auch sogenannte Netzwerferdrohnen, mit denen andere Drohnen vom Himmel geholt werden können, zählen zum Arsenal. 

General: Drohnen-Technik schneller testen

General Breuer sagte, Drohnen und die Drohnenabwehrfähigkeit sei eine neue Dimension in der Kriegsführung. Aber es gehe auch um den Schutz von militärischen Liegenschaften - für beide Szenarien rüste sich die Bundeswehr und übe daher tagtäglich mit Drohnen. Jede Soldatin und jeder Soldat müsse mit der Technik umgehen könne, sagte Breuer. „Beim Thema Drohnen gewinnt nicht der, der die schönste Powerpoint-Präsentation oder das beste Produkt hat“, sagte der Soldat. „Es gewinnt der, der schnell erkennt, der testet, der lernt, der anpasst und die Fähigkeiten dann auch in die Hände der Truppe bringt.“ Darum müsse es nun auch für die Bundeswehr gehen. 

General Carsten Breuer sagte, Soldatinnen und Soldaten übten jeden Tag den Umgang mit Drohnen. Hauke-Christian Dittrich/dpa

General Carsten Breuer sagte, Soldatinnen und Soldaten übten jeden Tag den Umgang mit Drohnen. Hauke-Christian Dittrich/dpa

© Hauke-Christian Dittrich/dpa

Bundesverteidigungsminister Pistorius betonte, insgesamt habe die Bundeswehr in den vergangenen Jahren in der Drohnen-Technik „erheblich“ und „in höchster Geschwindigkeit“ Fortschritte erzielt. Die Technik sei in der Breite der Bundeswehr angekommen. „Drohnen sind längst Standard im Truppenalltag und das muss auch so sein.“ 

Da die Drohnenabwehr aber unterschiedliche Reichweiten und Höhen betreffe und sich ständig weiterentwickele, müsse die Bundeswehr stetig reagieren, sagte Pistorius. Deutschland könne dabei auch von den Erfahrungen profitieren, die die Ukraine auf dem Gefechtsfeld im russischen Angriffskrieg mache und auch bei der Entwicklung und der Produktion von Drohnen. Pistorius verwies darauf, dass mehrere deutsche Unternehmen dazu im Rahmen von Joint Ventures in der Ukraine aktiv seien.

Eine Herausforderung sei für die Bundeswehr auch bei den Drohnen die Beschaffung. „Die Beschaffung muss mit dem schnellen Innovationszyklus, mit dem wir es hier zu tun haben, Schritt halten“, sagte Pistorius.

Verteidigungsminister Pistorius ließ sich bei seinem Besuch in Friesland die Technik der Drohnenabwehreinheit zeigen. Hauke-Christian Dittrich/dpa

Verteidigungsminister Pistorius ließ sich bei seinem Besuch in Friesland die Technik der Drohnenabwehreinheit zeigen. Hauke-Christian Dittrich/dpa

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