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Pflegebedürftige müssen für Heimplatz immer mehr zahlen

Pflegebedürftige in Hamburg zahlen im ersten Jahr im Heim jetzt 3.284 Euro monatlich. Der Eigenanteil ist binnen eines Jahres um fast zwölf Prozent gestiegen.

22.01.2026

Der selbst zu zahlende Eigenanteil für einen Platz in einem Hamburger Pflegeheim ist innerhalb eines Jahres um fast zwölf Prozent gestiegen. (Archivbild)picture alliance/dpa

Der selbst zu zahlende Eigenanteil für einen Platz in einem Hamburger Pflegeheim ist innerhalb eines Jahres um fast zwölf Prozent gestiegen. (Archivbild)picture alliance/dpa

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Der von Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohnern in Hamburg selbst zu zahlende Anteil ist zum Jahreswechsel erneut gestiegen. Seit dem 1. Januar sind im ersten Jahr im Heim pro Monat 3.284 Euro fällig, wie eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen ergab. Das sind monatlich 105 Euro mehr als zum 1. Juli 2025 und 342 Euro mehr als Anfang vergangenen Jahres, wie die der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Daten zeigen. Der zu zahlende Eigenanteil ist damit innerhalb eines Jahres um fast zwölf Prozent gestiegen.

In den Summen ist der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten. Denn die Pflegeversicherung trägt - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten. Für Heimbewohnerinnen und Bewohner kommen noch Zahlungen für Unterkunft und Verpflegung, Investitionen in den Einrichtungen und Umlagen für Ausbildungskosten hinzu.

Große Unterschiede in den Ländern

Regional gibt es große Unterschiede. Im Ländervergleich am teuersten ist die Pflege im ersten Jahr im Heim aktuell in Bremen mit durchschnittlich 3.637 Euro im Monat und im Saarland mit 3.601 Euro. Am niedrigsten ist die monatliche Belastung im ersten Jahr im Heim nun in Sachsen-Anhalt mit 2.720 Euro sowie in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen mit je 2.903 Euro. Im bundesweiten Schnitt 3.245 Euro pro Monat fällig. 

Die Vorstandschefin des Ersatzkassenverbands, Ulrike Elsner, sagte, es brauche eine nachhaltige Finanzierung der Pflege, die auch Pflegebedürftige in Heimen deutlich entlaste. Sie müssten für Investitions- und Ausbildungskosten aufkommen, die Sache des Staates seien. „Wir fordern die Bundesländer auf, diese Kosten endlich zu übernehmen“, sagte Elsner. Die schwarz-rote Koalition peilt in diesem Jahr eine grundlegende Reform der Pflegefinanzierung an. 

Kostendämpfer je nach Aufenthaltsdauer

Bei den Gesamtbelastungen kommt es auf die Aufenthaltsdauer im Heim an. Denn danach richten sich Entlastungszuschläge, die Pflegebedürftige von den Pflegekassen bekommen. Der Eigenanteil für die reine Pflege wird damit im ersten Jahr im Heim um 15 Prozent gedrückt, im zweiten um 30 Prozent, im dritten um 50 Prozent und ab dem vierten Jahr um 75 Prozent. 

Ausgewertet wurden Vergütungsvereinbarungen der Pflegekassen mit Heimen in allen Ländern. Zum Ersatzkassenverband gehören etwa die Techniker Krankenkasse, die Barmer und die DAK-Gesundheit.