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Pflegebedürftige in Hamburg müssen rund 300 Euro mehr zahlen

Die Kosten in Hamburg sind stärker gestiegen als im Bundesschnitt. Der Verband der Ersatzkassen fordert von den Ländern, sich stärker als bislang an den Kosten zu beteiligen.

14.07.2026

Der Aufenthalt in einem Pflegeheim ist abermals teurer geworden. (Symbolbild)Bodo Marks/dpa

Der Aufenthalt in einem Pflegeheim ist abermals teurer geworden. (Symbolbild)Bodo Marks/dpa

© Bodo Marks/dpa

Pflegebedürftige in Hamburg müssen für einen Platz in einem Heim zunehmend mehr Geld zahlen. Stand Anfang Juli lag die Eigenbeteiligung im ersten Jahr im Schnitt bei 3.481 Euro im Monat, wie eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen ergeben hat. Das waren 302 Euro mehr als ein Jahr zuvor. Der Anstieg in Hamburg fiel überdurchschnittlich aus. Bundesweit nahm die Eigenbeteiligung im Schnitt um 256 Euro zu. 

Von Bundesland zu Bundesland variiert, wie viel Geld Pflegebedürftige zahlen müssen. Gründe sind unterschiedliche Personalkosten und Investitionen der Länder. Die durchschnittliche Eigenbeteiligung lag bundesweit im Schnitt bei 3.364 Euro. Pflege in Hamburg ist somit eher teuer. 

„Investitionskosten sind Ländersache und müssen endlich auch vollumfänglich von diesen getragen werden“, sagte die Vorstandsvorsitzende des Verbands, Ulrike Elsner. Das gelte auch für Ausbildungskosten des Pflegepersonals. Würden die zuständigen Länder die Kosten für Investitionen und Ausbildung übernehmen, müssten Heimbewohner rund 650 Euro weniger zahlen. 

Anspruch auf Hilfe vom Staat

Mit längerer Aufenthaltsdauer sinken die Kosten für die Pflegebedürftigen, weil die Pflegekasse einen zunehmend höheren Zuschuss zahlt. Erwachsene Kinder, die ein Jahresbruttoeinkommen von mehr als 100.000 Euro haben, müssen sich an der Finanzierung beteiligen. Über die Regel diskutiert derzeit die Koalition.

Können die Pflegebedürftigen den Heimaufenthalt nicht bezahlen, haben sie unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Hilfe vom Staat.

AfD beklagt Untätigkeit, Kritik auch der CDU

Die gesundheitspolitische Sprecherin der oppositionellen Hamburger AfD-Bürgerschaftsfraktion, Antje Hebel, kritisierte die Entwicklung. Pflege werde wohl bald zu einem Luxusgut, weil andere Parteien jahrzehntelang untätig gewesen seien. Pflegende Angehörige müssten mehr unterstützt werden, forderte Hebel. 

Der Senat komme nicht ausreichend für Investitions- und Ausbildungskosten auf, monierte die gesundheitspolitische Sprecherin der ebenfalls oppositionellen CDU-Bürgerschaftsfraktion, Christin Christ. „Die Zeche“ zahlten die Pflegebedürftigen. Christ warf der AfD einfache Parolen vor.

Sozialverband fordert Reform

Der Sozialverband Deutschland in Hamburg teilte mit, Pflegeheimkosten trieben Menschen in die Armut. „Immer mehr ältere Menschen und ihre Angehörigen können die Kosten aus eigener Kraft nicht mehr tragen.“ Es brauche eine grundlegende und schnelle Reform.