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Pflege im Heim in Berlin und Brandenburg immer teurer

Pflegebedürftige und ihre Familien müssen seit Jahren immer höhere Summen stemmen, um einen Heimplatz zu bezahlen. Woran liegt das?

22.01.2026

Die Kosten für Pflege im Heim kennen in Berlin und Brandenburg nur eine Richtung: nach oben. (Archivbild)Christoph Schmidt/dpa

Die Kosten für Pflege im Heim kennen in Berlin und Brandenburg nur eine Richtung: nach oben. (Archivbild)Christoph Schmidt/dpa

© Christoph Schmidt/dpa

Die Pflege im Heim wird für Menschen in Berlin und Brandenburg immer teurer. In Berlin zahlen Pflegebedürftige im ersten Jahr ihres Aufenthalts in einem Pflegeheim durchschnittlich 3.227 Euro pro Monat. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von 252 Euro. In Brandenburg werden für die Heimpflege durchschnittlich 3.017 Euro Eigenanteil pro Monat fällig, 334 Euro mehr als vor einem Jahr. Das zeigt eine Auswertung des Verbandes der Ersatzkassen zum Stichtag 1. Januar.

In beiden Ländern sind die Pflegekosten damit niedriger als im Bundesdurchschnitt, wobei die Differenz in der Hauptstadt nur gering ist. Im bundesweiten Schnitt müssen Pflegebedürftige nunmehr 3.245 Euro im Monat aus eigener Tasche zahlen - ein Plus von 261 Euro binnen Jahresfrist. 

Personal und Energie als Kostentreiber

Die Summen enthalten zum einen den Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung. Denn von den Kosten trägt die Pflegeversicherung - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil. Für Bewohnerinnen und Bewohner im Heim kommen dann noch Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie für Investitionen in den Einrichtungen und Umlagen für Ausbildungskosten hinzu. 

Als Gründe für den unablässigen Kostenanstieg nennen die Ersatzkassen vor allem steigende Aufwendungen für Personal, Sachmittel und Energie in den Pflegeeinrichtungen. „Die Entwicklung der Eigenanteile zeigt deutlich: Die bisherigen Regelungen sind unzureichend, um Pflegebedürftige wirksam zu entlasten“, erklärte die Leiterin der vdek-Landesvertretung Berlin/Brandenburg, Rebecca Zeljar. „Die Kosten steigen weiter – und das trifft viele Menschen finanziell hart.“

Entlastungszuschläge 

Um Kosten etwas zu dämpfen, bekommen Pflegebedürftige seit 2022 neben den Leistungen der Pflegekassen auch sogenannte Entlastungszuschläge, die sich nach der Aufenthaltsdauer richten. Wer länger als zwölf Monate im Pflegeheim lebt, zahlt stufenweise einen geringeren Eigenanteil. 

Kassen fordern Reform

Die Vorstandschefin des Ersatzkassenverbands, Ulrike Elsner, mahnte eine nachhaltige Finanzierung der Pflege insgesamt an, die auch Pflegebedürftige in Heimen deutlich entlastet. Die schwarz-rote Koalition im Bund peilt im Verlauf dieses Jahres eine Reform an.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz sieht auch die Landesregierungen in der Pflicht. „Die unkontrolliert davon galoppierenden Eigenanteile schnüren den rund 51.000 Pflegeheimbewohnern in Berlin und Brandenburg die Luft ab“, erklärte Vorstand Eugen Brysch. „Deshalb dürfen sich Senat und Landesregierung bei der Finanzierungspflicht nicht länger aus der Verantwortung stehlen. Die Ausbildungs- und Investitionskosten müssen vollständig getragen werden.“ Für Unterbringung, Verpflegung und überdurchschnittlichen Komfort sollte nach Ansicht Bryschs jeder Heimbewohner weiterhin selbst zahlen.