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Party vor Pokalfinale: Stuttgarts Königsklassen-Rückkehr

Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß genießt den Einzug in die Champions League und erlaubt seinen Spielern das Feiern. Dabei wartet auf die Schwaben der Saisonhöhepunkt erst noch.

17.05.2026

Sebastian Hoeneß (l) führte den VfB Stuttgart um Deniz Undav in die Champions League.Uwe Anspach/dpa

Sebastian Hoeneß (l) führte den VfB Stuttgart um Deniz Undav in die Champions League.Uwe Anspach/dpa

© Uwe Anspach/dpa

Sebastian Hoeneß erteilte seiner Mannschaft nach der ersehnten Rückkehr in die Champions League eine Partyfreigabe. „Wer bin ich, dass ich die Jungs jetzt nicht feiern lasse?“, sagte der Trainer des VfB Stuttgart. „Man muss dann auch feiern, wenn es an der Zeit ist. Und deswegen dürfen die Jungs machen, was sie wollen.“

Der Feierbefehl kam dann doch überraschend. Denn das wohl wichtigste Saisonspiel des Fußball-Bundesligisten steigt erst noch - am Samstag mit dem DFB-Pokalfinale und einer möglichen Titelverteidigung gegen den FC Bayern München. Ein Sieg könnte die ohnehin schon gute Spielzeit der Stuttgarter krönen. Fast schon unbeschwert geht der Club in die Finalwoche.

Nach nur einer Saison Rückkehr in die Königsklasse

„Die Situation, die wir jetzt haben, könnte nicht schöner sein. Ich könnte sie mir nicht schöner malen“, sagte Hoeneß. „Wir spielen noch ein Pokalfinale gegen die Bayern, gegen die mit Abstand beste Mannschaft in Deutschland, eine der besten Mannschaften in Europa. Es ist der perfekte Saisonabschluss.“

Mit dem 2:2 bei Eintracht Frankfurt am letzten Bundesliga-Spieltag sicherten die Stuttgarter den vierten Platz ab und sind damit nach einem Jahr in der Europa League zurück auf der größtmöglichen Bühne des europäischen Vereinsfußballs.

Mit einem 2:2 bei Eintracht Frankfurt sicherte sich der VfB Stuttgart um Ermedin Demirovic die Champions-League-Qualifikation.Uwe Anspach/dpa

Mit einem 2:2 bei Eintracht Frankfurt sicherte sich der VfB Stuttgart um Ermedin Demirovic die Champions-League-Qualifikation.Uwe Anspach/dpa

© Uwe Anspach/dpa

Dass die Stuttgarter dabei eine 2:0-Halbzeitführung aus der Hand gaben, spielte am Ende keine Rolle mehr. Der VfB profitierte vom Patzer der TSG 1899 Hoffenheim, die bei Borussia Mönchengladbach ein 0:4 kassierte.

„Ein sehr, sehr gutes Gefühl“

„Es ist ein sehr, sehr gutes Gefühl. Wir haben das ganze Jahr sehr, sehr hart gearbeitet. Ich würde nicht sagen, dass es von Anfang an unser Ziel war, in die Champions League zu kommen. Aber mit guten Leistungen und guten Ergebnissen hat sich das in der Saison so entwickelt, dass wir unsere Ziele anpassen konnten“, sagte Außenverteidiger Maximilian Mittelstädt bei Sky. Diesen „Hunger“ müsse sich die Mannschaft „unbedingt erhalten“, betonte Hoeneß.

Zumal der Einzug in die Königsklasse für die Stuttgarter längst keine Routine ist. Erst zum siebten Mal schaffte es der VfB in den Nachfolgewettbewerb des Europapokals der Landesmeister. Qualifikationsrunden inklusive. Auch deshalb sprach Hoeneß kein Partyverbot aus. „Es ist Champions League. Es ist was ganz Besonderes“, betonte der 44-Jährige kurz nach Abpfiff. „Und deswegen alle Leinen los heute Abend.“

Zum dritten Mal in Folge im Europapokal

Als Hoeneß vor gut drei Jahren die Stuttgarter übernommen hatte, stand der Club als Tabellenletzter am Rande des Abgrunds in die 2. Bundesliga. Inzwischen hat er den VfB wieder zu einem Topclub in Deutschland geformt. Zum dritten Mal hintereinander qualifizierten sich die Schwaben für den Europapokal - zweimal über die Liga, einmal über den Pokal.

Der VfB Stuttgart spielt zum dritten Mal in Folge international.Uwe Anspach/dpa

Der VfB Stuttgart spielt zum dritten Mal in Folge international.Uwe Anspach/dpa

© Uwe Anspach/dpa

Man habe sich in Richtung Spitze entwickelt, stellte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth fest. Es gebe in Deutschland trotzdem noch Vereine, die „ein paar Jahre Vorsprung haben“, erklärte der 47-Jährige. Man müsse deshalb „weiter dranbleiben“.

Champions League spült Millionen in die Vereinskasse

Nicht nur sportlich ist die Champions-League-Qualifikation für den VfB ein großer Erfolg, sondern auch wirtschaftlich. Das Startgeld in dieser Saison lag nach Angaben des Europäischen Fußballverbandes UEFA bei rund 18,6 Millionen Euro und war damit mehr als viermal so hoch als in der Europa League (rund 4,3 Millionen Euro).

„Wirtschaftlich ergeben sich daraus eben auch andere Möglichkeiten“, sagte Wohlgemuth. Man könne den Weg „konsequent weitergehen und möglicherweise sogar beschleunigen“, betonte er. Ein erneuter Triumph im DFB-Pokal würde der Beschleunigung sicher noch einmal einen Schub geben.