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Paris Brunner glänzt in Monaco – und sucht seine Grenzen

Der SC Freiburg tritt in der Conference League bei der AS Monaco an. Dort bestimmt ein U21-Nationalspieler in dieser Saison die Schlagzeilen – allerdings nicht nur die sportlichen.

21.10.2026

Hört, hört: Paris Brunner sorgt auch in Monaco für eine gewisse Lautstärke. (Archivbild)Sebastien Bozon/AFP/dpa

Hört, hört: Paris Brunner sorgt auch in Monaco für eine gewisse Lautstärke. (Archivbild)Sebastien Bozon/AFP/dpa

© Sebastien Bozon/AFP/dpa

Neulich tauchte Hermann Gerland mal wieder auf. Sport1 filmte den „Tiger“ bei seinem Besuch im Trainingslager der deutschen U21-Nationalmannschaft. Dort verteilte der 72-Jährige ein paar Tipps an die jungen Fußballer, darunter auch Paris Brunner. „Aber auf dem Teppich bleiben“, riet Gerland dem 20-Jährigen, nachdem er ihn freundschaftlich am Arm gepackt hatte. Brunners Antwort („immer“) entlockte Gerland nur ein tiefes Lachen. Brunner und die Bodenhaftung: Das ist ein kompliziertes Thema, weiß auch der frühere U21-Co-Trainer.

In der Conference League möchte Brunner erst mal wieder abheben, wenn er mit seinem Club AS Monaco am Donnerstag (21.00 Uhr/RTL und Sky) auf den SC Freiburg trifft. Gegen den Tabellendritten der Bundesliga könnte der begabte Stürmer wie schon beim Auftaktsieg vor einer Woche bei ZSKA Sofia (2:1) erneut als Torschütze glänzen, nachdem er die vergangenen beiden Spiele in der französischen Ligue 1 wegen einer Sperre verpasst hatte.

Der Grund für die Sperre ist auf eine jener unseligen Geschichten zurückzuführen, die vielleicht auch Gerland daran zweifeln lassen, ob Brunner auf dem Teppich bleibt. Vor gut fünf Wochen hatte der Nachwuchsstar im Spiel bei Racing Straßburg zum 1:1-Endstand getroffen, beim Jubel über sein sehenswertes Tor aber ordentlich daneben gelangt: In Richtung der Racing-Fans deutete Brunner einen Schnitt durch die Kehle an. Vier Spiele Sperre gab’s, zwei davon auf Bewährung.

AS-Trainer Filipe Luis: „Sehr leidenschaftlicher, intensiver Junge“

Eine Erklärung hatte der frühere U17-Welt- und Europameister auch parat: „Sie haben über meine Familie, meine Mutter und meinen Vater gesprochen. Ich konnte diejenigen sehen, die mich beleidigt haben“, sagte Brunner laut „L’Équipe“ und beteuerte: „Ich wollte nicht respektlos sein.“ Der frühere Dortmunder sei „ein sehr leidenschaftlicher, intensiver Junge“, stellte Monacos Trainer Filipe Luis danach fest. Was bei Brunner offenbar in vielerlei Hinsicht gilt.

Auch für die deutsche U21 glänzte Paris Brunner zuletzt als Torschütze. (Archivbild)Oksana Dzadan/dpa/

Auch für die deutsche U21 glänzte Paris Brunner zuletzt als Torschütze. (Archivbild)Oksana Dzadan/dpa/

© Oksana Dzadan/dpa/

Noch scheint der Offensivkünstler, der sich in den sozialen Medien „Prince Paris“ nennt, auf der Suche nach der genauen Grenze zwischen Mut und Übermut. Schon in Dortmund soll es unter dem damaligen Trainer Edin Terzic ein paar Problemchen gegeben haben, was Brunners Disziplin angeht. Der BVB suspendierte ihn zwischenzeitlich, ein Einsatz bei den Profis war ihm nicht vergönnt. 2024 schickten ihn die Borussen für vier Millionen Euro nach Monaco.

Nach Anlaufschwierigkeiten und einem Zwischenstopp als Leihspieler bei Cercle Brügge ist Brunner seit diesem Sommer auch sportlich in die Schlagzeilen gerückt. Das belegen sieben Pflichtspieltore und eine Vorlage in acht Einsätzen. „Paris ist in fantastischer Form“, meinte AS-Coach Filipe Luis nach dem Sofia-Spiel. „Monaco kann sich erneut bei Paris Brunner bedanken“, titelte „L’Équipe“.

Klopp über Brunner: „Ein Riesentalent seit Jahren“

Für Bundestrainer Jürgen Klopp ist Brunner „ein Riesentalent seit Jahren“. Dass er beim Tabellenfünften der Ligue 1 nun liefert, ist trotzdem bemerkenswert angesichts der starken Konkurrenz. In der AS-Offensive tummeln sich namhafte Spieler wie das frühere Barça-Toptalent Ansu Fati (23) oder der 25 Jahre alte US-Nationalspieler Folarin Balogun.

Im Nationaltrikot lief es für Brunner zuletzt auch hervorragend. Für die U21 feierte er Ende September ein traumhaftes Debüt mit zwei Toren in Lettland (4:0). „Das zweite Tor hat er dann richtig stark gemacht. Auf Außen ein bisschen Platz gehabt, nach innen gezogen und ins Eck geknallt. Schönes Tor“, lobte U21-Trainer Antonio Di Salvo und stellte fest: „Er hat gerade ein gutes Momentum, das hat er sich erarbeitet.“