Olympiasieger Rauhe: Das ist der neue Sportstaatsminister
Christiane Schenderlein hat einen Nachfolger als Sportstaatsministerin. Der Ex-Kanute Ronald Rauhe zieht überraschend ins Kanzleramt ein. Wer ist der Neue?
Der Sportsoldat Ronald Rauhe widmet sich einer neuen Rolle. (Archivbild)Soeren Stache/dpa
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Raus aus dem Sportdress, rein in den Anzug: Im vergangenen Januar überreichte die damalige Staatsministerin für Sport Christiane Schenderlein Ronald Rauhe noch das Silberne Lorbeerblatt. Seit heute ist der zweimalige Kanu-Olympiasieger Nachfolger der CDU-Politikerin im Bundeskanzleramt – und das durchaus unerwartet. Besucher seiner Homepage begrüßt Rauhe mit: „Meine Website bekommt gerade ein neues Gesicht.“ Ob der 44-jährige Ex-Kanute seinem Webauftritt wegen seiner neuen Aufgabe ein frisches Antlitz verpassen will, ließ er offen.
Auf dem Wasser war Rauhe immer einer der Schnellsten. Das Kraftpaket aus Potsdam war spezialisiert auf die kurzen Strecken über 200 und 500 Meter. Zum krönenden Abschluss seiner Karriere gewann er mit dem Vierer-Kajak Olympia-Gold bei den Spielen in Tokio 2021 auf der langen Sprintstrecke – und weinte anschließend bittere Tränen.
Leben in der Kanu-Familie
Seinen ersten Olympiasieg hatte Rauhe bereits 2004 in Athen im Zweier geholt. Der gebürtige Berliner war in allen Bootsklassen vom Einer bis zum Vierer zu Hause und holte dutzende Goldmedaillen bei Welt- und Europameisterschaften. Verheiratet ist Rauhe mit Kanu-Olympiasiegerin Fanny Fischer, mit der er zwei Kinder hat. Deren Vater Frank war Kanu-Weltmeister, ihre Tante ist die achtmalige Olympiasiegerin Birgit Fischer.
Nach seiner Karriere widmete sich der Sportsoldat sowohl der Weiterentwicklung der Rennkanus gemeinsam mit dem Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) als auch den Interessen der Sportler. Seit 2023 ist er Mitglied in der Athletenkommission der Europäischen Olympischen Komitees und hatte sich für die Berufung einer Sportministerin oder eines Sportministers im Bundeskanzleramt starkgemacht.
Rauhes Aufgaben
Nun steht also Rauhe in der Verantwortung – und politisch an der Spitze von Team Germany. Dabei stehen ihm große Herausforderungen bevor. Zum einen muss er die Gründung der Spitzensport-Agentur mit Sitz in Leipzig vorantreiben, um die Reform im deutschen Leistungssport umzusetzen. Überdies hat sich Sport-Deutschland auf die Fahnen geschrieben, sich wieder um Olympische Spiele zu bewerben.
Und die Zeit eilt: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheidet am 26. September auf seiner Sonder-Mitgliederversammlung in Baden-Baden, ob Berlin, München oder die Region Rhein-Ruhr mit Köln als Zentrum nominiert wird. Der DOSB hat beim Internationalen Olympischen Komitee offiziell schon sein Interesse an den Sommerspielen 2036, 2040 oder 2044 hinterlegt.