dpa

Özdemir über Neckarsulm-Werk: „Noch nichts entschieden“

Medien berichten bereits über eine Schließung des Audi-Werks mit 15.000 Mitarbeitern. Cem Özdemir sorgt sich, sagt aber auch: So weit ist es noch nicht.

02.09.2026

Aus Cem Özdemirs Sicht hat der Standort Neckarsulm eine Zukunft. (Archivbild)Bernd Weißbrod/dpa

Aus Cem Özdemirs Sicht hat der Standort Neckarsulm eine Zukunft. (Archivbild)Bernd Weißbrod/dpa

© Bernd Weißbrod/dpa

Der baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) hält eine Schließung des Audi-Werks in Neckarsulm nicht für ausgemacht. „Es ist noch nichts entschieden, aber die aktuelle Berichterstattung zur Lage bei VW erfüllt mich mit großer Sorge“, teilte Özdemir per Pressemitteilung mit. Aus seiner Sicht habe der Standort Neckarsulm eine Zukunft. „Die Nähe zu Heilbronn und den dort entstehenden Themen rund um Künstliche Intelligenz eröffnet Chancen, die über die klassische Automobilproduktion hinausgehen.“ 

Er stehe zum Standort seit seinem Amtsantritt in engem Austausch mit dem Unternehmen und dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies (SPD), sagte Özdemir. Mit Blick auf die schwierigen Verhandlungen der Sozialpartner beim Mutterkonzern VW betonte er, die Sicherung des Standorts und die Bereitschaft, sich aufeinander zuzubewegen, gehörten für ihn „untrennbar zusammen“. Er gehe davon aus, „dass jetzt Unternehmensführung, Aufsichtsrat und Arbeitnehmerseite aufeinander zugehen und eine gemeinsame Lösung suchen“. Eine Eskalation helfe niemandem. 

Auch die baden-württembergische Landesregierung werde alles in ihrer Macht Stehende tun, um den Standort zu stärken, sagte Özdemir. Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) forderte ein Bekenntnis zum Werk in Neckarsulm. Die Beschäftigten hätten den industriellen Wandel bewiesen. Sparen allein sei keine Zukunftsstrategie. 

Bereits Anfang Juli hatte Cem Özdemir in einem Brief an Volkswagen-Chef Oliver Blume gewarnt: „Ein Rückzug von Audi aus Neckarsulm wäre ein fatales, politisches Signal. Es würde die Debatte über die Deindustrialisierung Deutschlands verschärfen.“