OB Krause am neuen Arbeitsplatz - ohne Amtsübergabe
Dominik Krause ist jetzt offiziell Oberbürgermeister von München. Seinen ersten Tag am neuen Arbeitsplatz musste er ohne Amtsübergabe von seinem Vorgänger antreten - zumindest von seinem direkten.
Angekommen im Münchner Chefsessel: Dominik KrauseMalin Wunderlich/dpa
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Münchens neuer Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) ist jetzt ganz offiziell im Amt. An seinem ersten Arbeitstag im neuen Büro kündigte er einen Wohnungsgipfel für Mitte Mai an - und eine schnelle Reform der Stadtverwaltung.
Wie im Wahlkampf versprochen, startete er einen Wettbewerb zur Suche nach dem größten „Bürokratiemonster“, um unnötige bürokratische Hürden so schnell wie möglich abzubauen. „Wir müssen effizienter werden“, betonte der 35-Jährige in seinem neuen Büro. Er kündigte auch zeitnahe Antrittsbesuche in Bundesministerien in Berlin und bei Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in der Bayerischen Staatskanzlei an.
Krause: bislang keine Amtsübergabe mit Dieter Reiter
Seinen Amtsantritt habe er ohne Hilfe von seinem Vorgänger antreten müssen, sagte er - zumindest von seinem direkten. Eine Amtsübergabe mit Dieter Reiter (SPD) habe es nicht gegeben, sagte Krause - dafür eine mit dessen Vorgänger: Alt-OB Christian Ude (ebenfalls SPD) habe ihn besucht, lange mit ihm gesprochen und ihm einen Rosmarin-Busch als Willkommensgeschenk vorbeigebracht. Ob es auch noch eine Übergabe mit Reiter geben werde, wisse er nicht, sagte Krause: „An mir würde es nicht scheitern.“
Der Schlegel soll Krause Glück bringen beim Wiesn-Anstich.Malin Wunderlich/dpa
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Reiter war seinem jungen Herausforderer nach zwölf Jahren im Amt Ende März in der Stichwahl um den OB-Posten überraschend deutlich unterlegen. Danach meldete er sich krank und nahm sich dann bis zum Ende seiner Amtszeit am 30. März frei. Krause - bisher Zweiter Münchner Bürgermeister - führt die Amtsgeschäfte darum schon seit Ende März. Reiter hat angekündigt, bei der offiziellen Amtseinführung seines Nachfolgers dabei zu sein.
Verwaltung, Wohnen, Arbeitsklima
Neben der Verwaltungsreform und dem Thema Wohnen will Krause sich auch einem besseren Arbeitsklima widmen. So soll die Runde der städtischen Referenten, die gewissermaßen das Stadtkabinett bilden, künftig in Präsenz stattfinden und nicht nur digital. Beim Wohnungsgipfel wolle er auch den Stadtrat eng einbinden, sagte der neue Oberbürgermeister, der auf ein „gutes Miteinander“ hofft und betonte: „Ich will nicht alles anders machen, aber manches besser.“
Damit das alles klappt, hat Krause nicht nur Bücher von Hannah Arendt („die wacht ein bisschen über mich“), Regisseur Helmut Dietl („Münchnerischer kann man quasi nicht sein“) oder seinem bei Amtsantritt sogar noch jüngeren Vorgänger Hans-Jochen Vogel (SPD) in seine Bücherwand im OB-Büro gestellt.
Olympische Fackel als Glücksbringer für die Bewerbung.Malin Wunderlich/dpa
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Olympische Fackel und Schlegel als Glücksbringer
Darin befinden sich „als Glücksbringer“ auch eine olympische Fackel im Hoffen auf eine erfolgreiche Olympia-Bewerbung seiner Stadt - und ein Schlegel für den Fassanstich. Der Anstich des ersten Fasses auf dem Münchner Oktoberfest gilt als vielleicht wichtigste, in jedem Fall aber öffentlichkeitswirksamste Amtshandlung eines Oberbürgermeisters der bayerischen Landeshauptstadt.