Nürnberger Nervenspiel: Reichert rettet Zittersieg
Der 1. FC Nürnberg entgeht nur knapp dem nächsten Fiasko im DFB-Pokal. In Köln wird Kapitän Jan Reichert zum Spieler des Spiels. Der Keeper bleibt im Elfmeterschießen cool.
Jan Reichert ist der Matchwinner für den 1. FC Nürnberg.Fabian Strauch/dpa
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Völlig enthemmt lief Nürnbergs Matchwinner Jan Reichert nach seiner finalen Glanztat mit ausgebreiteten Armen in die Fankurve. Der Torwart bewahrte seinen 1. FC zum Auftakt im DFB-Pokal vor einer erneuten Schmach und ließ sich nach dem Zittersieg beim Drittligisten Viktoria Köln im Elfmeterschießen von seinen Mitspielern feiern.
„Das ist sehr viel Intuition und Instinkt“, sagte der Kapitän von Miroslav Kloses Mannschaft nach dem 5:4 im Elfmeterschießen über die Lotterie vom Punkt. „Am Ende bin ich einfach nur froh, dass ich der Mannschaft helfen konnte.“
Scobel erzielt die Führung
Vor einem Jahr waren die Nürnberger beim Regionalligisten FV Illertissen im Elfmeterschießen ausgeschieden. So ein Fiasko wollte der Spitzenreiter der 2. Fußball-Bundesliga diesmal natürlich verhindern. Es gelang nur knapp - und mit ganz viel Zittern und Dusel.
Piet Scobel (M) brachte die Franken in Führung.Fabian Strauch/dpa
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„Für mich persönlich muss das mit dem Elfmeterschießen nie sein. Ich bin immer noch am Ende mit meinen Nerven“, meinte Stürmer Piet Scobel, der die lange harmlosen Franken in der 57. Minute mit einer feinen Aktion in Führung geschossen hatte. „Ich bin einfach froh, dass wir eine Runde weiter sind.“
Die Kölner belohnten sich erst unmittelbar vor dem Abpfiff der regulären Spielzeit. Meiko Sponsel (90.+6) nickte eine Freistoßflanke von Pascal Fallmann über die Linie - da war Klose so richtig bedient.
Reichert hält gleich zweimal
„Wir haben, wie im Derby, einfach nicht gut in unser Spiel gefunden, waren zu schleppend und haben nicht die richtigen Räume gefunden“, sagte der frühere Nationalstürmer nach dem glücklichen Einzug in die zweite Runde. „Wir haben den Jungs in der Halbzeit ein paar Sachen gezeigt, worauf wir besser im Spiel waren. Der 1:1-Ausgleich geht in der Gesamtbetrachtung dennoch in Ordnung.“
Nürnbergs Trainer Miroslav Klose war nach dem 1:1 bedient.Fabian Strauch/dpa
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Und wie schon beim 4:2 im Frankenderby gegen die SpVgg Greuther Fürth war Reichert bei den Elfmetern wieder hellwach. Der 25-Jährige hatte gegen den Lokalrivalen einen Strafstoß gehalten, nun war er sogar zweimal von gegnerischen Schützen nicht zu überwinden. Während beim Club Giannis Masouras und Javier Fernandez verschossen, fanden die Kölner Fallmann und Niklas Jahn in Reichert ihren Meister. Zudem zielte Niklas Swider über das Tor.
„Am Ende ist das Elfmeterschießen immer Glück“
„Man muss am Ende sagen, dass wir der glückliche Sieger sind. Viktoria Köln hat das heute sehr gut gemacht und wir haben uns schwergetan, die richtigen Räume zu finden“, sagte Reichert, der nach dem Schlusspfiff von seinen Mitspielern umarmt wurde. „Am Ende ist das Elfmeterschießen immer Glück.“
Ende Oktober bestreiten die Nürnberger, die nun mehr als 400.000 Euro für das Weiterkommen mehr auf ihrem Konto haben, dann ihre Zweitrundenpartie. Bis dahin wollen sie ihre ausgezeichnete Ausgangslage in der 2. Bundesliga mit sechs Punkten aus zwei Spielen ausbauen. Glück hin oder her.