WM 2026

Norwegen „rudert“ für WM-Stars - auch im Parlament

Erling Haaland und sein Team sind blendend in die Weltmeisterschaft gestartet - und die WM-Stimmung hat nun auch das norwegische Parlament erreicht.

19.06.2026

Ein Fan-Schlachtruf erreicht das Parlament: Auch die norwegischen Abgeordneten „rudern“.Håkon Mosvold Larsen/NTB/dpa

Ein Fan-Schlachtruf erreicht das Parlament: Auch die norwegischen Abgeordneten „rudern“.Håkon Mosvold Larsen/NTB/dpa

© Håkon Mosvold Larsen/NTB/dpa

Die kollektive Ruder-Einlage der norwegischen WM-Fans entwickelt sich gerade zum Kult - und selbst das Parlament macht mit: Auf Anweisung des Parlamentspräsidenten hat die voll besetzte Abgeordnetenkammer in Oslo dem Team um Superstar Erling Haaland einen lautstarken Gruß geschickt. 

Zwischen einer Reihe wichtiger Abstimmungen ergriff Parlamentspräsident Masud Gharahkhani am Donnerstag das Wort, um seine Kollegen um eine besondere Aktion zu bitten. Man wolle einen Gruß an „unsere Fußballjungs - die Nationalmannschaft, die wirklich liefert“ schicken, sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur NTB. Und schon wurde „gerudert“.

Wikinger-Vorbild im hohen Norden

Mit dem Ruder-Schlachtgesang haben sich die norwegischen Fußballfans vor und während der WM einen Namen gemacht. Die Aktion, die manche als „Viking Row“ bezeichnen, ist eine Art Weiterentwicklung des von Island bei der EM 2016 zelebrierten „Viking Clap“. Der Unterschied: Nach zwei immer schneller werdenden Trommelschlägen haben die Isländer jeweils in die Hände geklatscht - die Norweger dagegen „rudern“ auf ihren Plätzen vor und zurück. 

Das WM-Fieber hat allem Anschein nach also auch das norwegische Parlament erreicht.Håkon Mosvold Larsen/NTB/dpa

Das WM-Fieber hat allem Anschein nach also auch das norwegische Parlament erreicht.Håkon Mosvold Larsen/NTB/dpa

© Håkon Mosvold Larsen/NTB/dpa

Aus dem isländischen „Huh“-Ausruf ist bei den Norwegern außerdem ein „Ro“ (sprich: Ruh!) geworden - und das nutzte Gharahkhani für ein kleines Wortspiel: Denn „Ro“ bedeutet im Norwegischen sowohl „rudern“ als auch „Ruhe“ - der Parlamentspräsident schloss die Einlage entsprechend mit den Worten: „Ruhe im Saal!“ Dann fuhren die Abgeordneten mit ihren Abstimmungen fort.

WM-Fieber bringt auch Kinder von Kronprinzen in die USA

Norwegen hat sich erstmals seit 28 Jahren wieder für eine Fußball-WM der Männer qualifiziert. Die Euphorie im Land ist groß, nicht zuletzt dank eines souveränen 4:1-Auftaktsieges gegen den Irak. Wie groß das Fußballfieber in der Haaland-Heimat ist, beweist auch ein gerade angekündigter royaler Besuch: Wenn die Norweger ihr zweites Gruppenspiel gegen den Senegal (Dienstag, 2.00 Uhr MESZ) in New Jersey bestreiten, werden auch Erbprinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus, die beiden gemeinsamen Kinder von Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit, auf der Tribüne sitzen. 

Für die beiden Royals dürfte es eine willkommene Abwechslung sein: Ihre schwer kranke Mutter hat gerade eine neue Lunge transplantiert bekommen, ihr Halbbruder Marius Borg Høiby wurde jüngst in einem aufsehenerregenden Prozess zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Ein weiterer WM-Sieg von Haaland & Co. - und möglicherweise gar eine weitere Ruder-Einlage - könnten da eine willkommene Ablenkung sein.

Das Parlament in Oslo heißt Stortinget. (Archivbild)Steffen Trumpf/dpa

Das Parlament in Oslo heißt Stortinget. (Archivbild)Steffen Trumpf/dpa

© Steffen Trumpf/dpa