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Noch ohne Lehrvertrag? Chancen auch nach Ausbildungsstart

Viele Lehrstellen sind noch frei, doch in beliebten Berufen bleibt die Suche schwierig. Auch nach Beginn des Ausbildungsjahres gibt es für Jugendliche noch Wege zum Vertrag.

14.10.2026

Viele Betriebe in Sachsen-Anhalt suchen auch nach Beginn des Ausbildungsjahres noch Nachwuchs. (Symbolbild) Sebastian Kahnert/dpa

Viele Betriebe in Sachsen-Anhalt suchen auch nach Beginn des Ausbildungsjahres noch Nachwuchs. (Symbolbild) Sebastian Kahnert/dpa

© Sebastian Kahnert/dpa

Tierpflege, technische Mediengestaltung oder Softwareentwicklung: Wer in Sachsen-Anhalt einen Ausbildungsplatz in besonders gefragten Berufen sucht, braucht oft Geduld. Ende August waren landesweit noch 1.784 junge Menschen ohne Lehrvertrag gemeldet, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit auf Anfrage mitteilte. Auch nach dem üblichen Ausbildungsbeginn können sie aber noch in eine Ausbildung einsteigen und Unterstützung erhalten.

Auch im Herbst noch Chancen

Die Arbeitsagenturen haben dafür eine Nachvermittlungsaktion gestartet. Jugendliche und Ausbildungsbetriebe sollen dabei gezielt zusammengebracht werden, wenn zum regulären Ausbildungsbeginn noch kein Vertrag zustande gekommen ist. Auch bis weit in den Herbst würden weitere Verträge geschlossen - etwa mit Spätentschlossenen, bislang unversorgten Bewerbern oder jungen Menschen, die ihren Ausbildungsplatz wechselten, teilte die IHK Halle-Dessau mit. 

Ende August waren bei den Arbeitsagenturen in Sachsen-Anhalt noch 2.010 Ausbildungsplätze unbesetzt. Rein rechnerisch kamen damit auf 100 freie Stellen 89 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber. Die Zahlen sind allerdings noch keine abschließende Bilanz des Ausbildungsjahres. Diese will die Bundesagentur für Arbeit Anfang November vorlegen. Bis dahin könne sich die Lage noch verändern, hieß es.

Weniger Lehrstellen gemeldet

Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen lag im August bei 10.780 und damit unter dem Vorjahreswert von 11.120 sowie deutlich unter dem Niveau von 2022 mit 12.230 Stellen. Gleichzeitig stieg die Zahl der gemeldeten Bewerber binnen Jahresfrist von 9.210 auf 9.430.

Aus Sicht der IHK Halle-Dessau haben nahezu alle Branchen Schwierigkeiten, Ausbildungsplätze zu besetzen. Grund sei vor allem der demografische Wandel: Es gebe weniger Schulabgängerinnen und Schulabgänger. Besonders groß sei der Druck seit Jahren in der Gastronomie und bei Berufen der Lebensmittelherstellung. Viele Stellen könnten dort gar nicht oder nur mit erheblichem Aufwand besetzt werden.

Viele Unternehmen ohne Bewerbungen

Als Hauptgrund für unbesetzte Stellen nannten 63 Prozent der von der IHK Halle-Dessau befragten Unternehmen fehlende geeignete Bewerbungen. Ein Drittel habe gar keine Bewerbung erhalten. Im Kammerbezirk der IHK registrierte die Organisation bis Ende September 3.460 neu eingetragene Ausbildungsverhältnisse - 0,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.