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Niedersächsische Rübenbauern rechnen mit normaler Ernte

Die Zuckerrübenernte in Deutschland ist in diesem Jahr zweigeteilt: Im Süden und im Westen sind größere Ausfälle zu erwarten. Im Norden hingegen deutet alles auf eine normale Ernte hin.

18.10.2026

Niedersachsens Rübenbauern fahren in diesem Jahr eine bessere Ernte ein als ihre Kollegen in Süd- und Westdeutschland. (Archivbild)Julian Stratenschulte/dpa

Niedersachsens Rübenbauern fahren in diesem Jahr eine bessere Ernte ein als ihre Kollegen in Süd- und Westdeutschland. (Archivbild)Julian Stratenschulte/dpa

© Julian Stratenschulte/dpa

Die Zuckerrübenbauern in Norddeutschland erwarten eine durchschnittliche Ernte. Derzeit liege die Ernte sogar leicht über dem Durchschnitt, sagte Eckhard Hinrichs, Vorsitzender des Dachverbands Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ). Der Verband vertritt die Interessen der Rübenanbauer in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.

„Die Zuckergehalte sind relativ hoch, vielleicht durch die Sonneneinstrahlung im Sommer“, sagte Hinrichs. Im Süden und Westen Deutschlands sei die Situation deutlich anders. Dort werden nach seinen Angaben Einbußen von 25 Prozent zum Normalertrag erwartet, was an den Klimabedingungen und an der Ausbreitung von Pflanzenkrankheiten liege. Die Kampagne, wie die Rübenernte in der Branche heißt, werde im Norden wahrscheinlich bis Mitte Januar gehen, erklärte Hinrichs.

Sorge vor Krankheiten

Zwar kämen die Krankheiten SBR (Syndrom der niedrigen Zuckergehalte) und Stolbur („Gummirüben“) auch dem Norden näher, derzeit gebe es zwar Einzelfälle, aber noch keine großen flächendeckenden Einbußen.

Beide Krankheiten werden unter anderem von der Schilf-Glasflügelzikade übertragen. Die Folge sind spürbare Qualitäts- und Ertragseinbußen. Auch in Teilen Norddeutschlands, unter anderem im östlichen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, wurden sie schon nachgewiesen. Die Landwirte setzen auf Fortschritte in der Pflanzenzüchtung und im Pflanzenschutz sowie auf angepasste Fruchtfolgestrategien, heißt es beim Landvolk Niedersachsen. 

Wetter in Norddeutschland bislang gut für Rüben

Das Wetter habe sich bislang für die norddeutschen Landwirte gut entwickelt, erklärte Hinrichs. Die Temperaturen seien nicht so extrem gewesen und es habe auch nicht die Trockenheit gegeben wie in Süd- und Westdeutschland. Es habe auch heiße Tage gegeben, was die Zuckerrübe aber kompensieren könne. „Wenn es dann wieder ein bisschen kühler wird, dann geht das.“

Insgesamt würden in Deutschland und in Europa aber erhebliche Mengen an Zucker fehlen, sagte Hinrichs. Gleichwohl seien die Preise noch niedrig. Die Landwirte hofften darauf, dass sich der Markt stabilisiere und die Preise für Zucker nach oben gingen.

Läger sind noch gefüllt

Europaweit lägen immer noch recht hohe Bestände in den Lägern, die erst einmal abgebaut werden müssten. Die Landwirte seien wegen hoher Kosten, etwa für Energie, dringend auf steigende Erzeugerpreise angewiesen, sonst seien sie nicht mehr wettbewerbsfähig, sagte Hinrichs. Der Zuckerpreis sei seit langem auf Talfahrt gewesen, was an der Überversorgung in der Welt und in der EU liege. Der Preisverfall dürfte nun bei den Rübenbauern ankommen.

Kritik übte Hinrichs an den Plänen der Bundesregierung zur Einführung einer Zuckersteuer. „Unsere grundsätzliche Meinung ist, dass das nicht der richtige Weg ist.“ Aus Sicht der Landwirte handele es sich um eine Bevormundung der Bevölkerung. Es sei richtig, dass die Verbraucher vernünftig mit dem Zuckerkonsum umgehen sollten. Aber der Bürger müsse selbst entscheiden, was er tue.

Zuckersteuer könnte ein Zuckerwerk kosten

„Wir gehen davon aus, dass uns die Steuer am Markt 200.000 Tonnen Zucker in Deutschland kosten könnte.“ Das entspreche grob der Produktion eines Zuckerwerkes. „Wir haben in Deutschland noch 18 Werke insgesamt und das würde bedeuten, dass wir irgendwo pauschal ein Werk verlieren würden und die Produktion dazu natürlich auch. Das ist schon ein massiver Einschnitt.“ 

In Deutschland ging die Zuckerrübenanbaufläche in diesem Jahr laut Landvolk um rund fünf Prozent zurück. Die größte Anbaufläche in Deutschland ist in Niedersachsen mit 90.000 Hektar auf rund fünf Prozent der Ackerfläche.

Die vergangene Zuckerrübenkampagne war aus Sicht der Landwirte erfolgreich - der Rübenertrag pro Hektar und der Zuckergehalt der Rüben lag deutlich über dem fünfjährigen Durchschnitt.