dpa

Newcastle-Krankheit erfasst zunehmend mehr Geflügelställe

Die Newcastle-Krankheit richtet in Brandenburg immer größeren Schaden an: Die Tierseuche trifft die Geflügelwirtschaft hart, Millionen Tiere müssen sterben.

26.03.2026

Ein Ende der Newcastle Krankheit bei Geflügel ist in Brandenburg nicht in Sicht. (Symbolbild) Matthias Bein/dpa

Ein Ende der Newcastle Krankheit bei Geflügel ist in Brandenburg nicht in Sicht. (Symbolbild) Matthias Bein/dpa

© Matthias Bein/dpa

Die für Vögel hoch ansteckende Newcastle Krankheit nimmt in Brandenburg immer größere Ausmaße an. In den Landkreisen Dahme-Spreewald und Oder-Spree kam es wieder zu Ausbrüchen in Geflügelbetrieben, wie das Agrarministerium mitteilte. Laut Behörde sind es damit 14 Fälle. 

Bislang mussten bereits um die 2,1 Millionen Tiere in Brandenburg wegen der Seuche getötet werden. Mit den weiteren Ausbrüchen sind noch einmal mehr als 300.000 Tiere betroffen.

Im Landkreis Oder-Spree ist die Krankheit jetzt in einem Masthähnchenbetrieb mit etwa 70.000 Tieren ausgebrochen, wie das Ministerium mitteilte. Zudem sei bei einem bereits betroffenen Betrieb im Landkreis Dahme-Spreewald in sechs weiteren Stallanlagen mit jeweils etwa 40.000 Tieren ebenfalls die Newcastle-Krankheit amtlich festgestellt worden. Damit müssen hier um die 240.000 Tiere getötet werden. Zuletzt trat die hochansteckende Tierseuche vor rund 30 Jahren in Deutschland auf

„Schwerer Schritt“

„Die Ereignisse der vergangenen Wochen erschüttern uns alle tief“, teilte der Landkreis Dahme-Spreewald mit. „Nun jetzt auch den letzten Stall des Geflügelbetriebes in Bestensee aufgeben zu müssen und die Tötung der Tiere anzuordnen, ist ein schwerer und schmerzlicher Schritt für uns alle.“ Der vollständige Befall des Geflügelbestandes durch die Newcastle-Krankheit stelle den Betrieb vor immense wirtschaftliche Herausforderungen. 

Bisher mussten bereits 1,36 Millionen Tiere im Landkreis Dahme-Spreewald getötet werden, wie es hieß. Neben den Agrarbetrieben sind auch vier Kleinstierhalter in Bestensee, Zeesen und Mittenwalde sind betroffen.

Überprüfungen in Betrieben

Die Behörden wollen nachverfolgen, wie Tiere und Produkte in die Betriebe kamen und wie heraus. Auch Personenkontakte werden ermittelt und Impfungen überprüft. 

Gegen die Newcastle-Krankheit, die wegen der ähnlichen Symptome auch „atypische Geflügelpest“ genannt wird, gilt in Deutschland eine Impfpflicht. Wie genau das Virus in die Betriebe kommt, ist bislang nicht geklärt. 

In den betroffenen Landkreisen sind Schutz- und Überwachungszonen mit besonderen Auflagen für Geflügelhalter eingerichtet. Das bedeutet Stallpflicht und ein Transportverbot für Vögel, Fleisch und Eier. Auch Geflügelmessen und Geflügelmärkte sind untersagt. 

Das Virus wird laut Friedrich-Loeffler-Institut in hohen Mengen über die Körpersekrete und den Kot erkrankter Tiere ausgeschieden. Auch Eier könnten kontaminiert sein.