Neuer Sabotageverdacht? Polizeieinsatz in Sachsen
Nach dem Angriff auf das Stromnetz bei Jänschwalde wird nun auch ein Polizeieinsatz in Sachsen gemeldet. Die Polizei hält sich zu dem Vorfall bislang bedeckt.
Am Dienstagmorgen hatten Unbekannte in Brandenburg unweit des Kraftwerks Jänschwalde einen Angriff auf die Stromversorgung gestartet. (Archivbild)Frank Hammerschmidt/dpa
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Nach mehreren Sabotageversuchen gegen die Stromversorgung in Deutschland gibt es nun auch in Sachsen einen Polizeieinsatz, bei dem es laut einem Medienbericht um einen ähnlichen Vorfall gehen soll. Die Polizeidirektion Görlitz bestätigte einen laufenden Einsatz nördlich von Bautzen. Nähere Details wurden „aus ermittlungstaktischen Gründen“ zunächst nicht genannt.
Die „Bild“ berichtete, dass bei zwei Umspannwerken Spreng- und Brandvorrichtungen gefunden worden seien. Demnach liegen die betroffenen Umspannwerke an der Grenze zu Brandenburg im Lausitzer Braunkohle-Tagebaugebiet.
Zuvor hatte es mehrere versuchte Sabotagen gegen die Energieversorgung in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen gegeben. Dazu ermittelt die Polizei.
SEK stürmt Fahrzeug in NRW
Unterdessen hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen das Fahrzeug eines Mannes gestürmt, der solcher Sabotageaktionen verdächtigt wird. Der Zugriff sei in Niederzier bei Düren erfolgt, sagte Innenminister Herbert Reul (CDU). Jetzt sei der Mann vermutlich zu Fuß unterwegs und werde nicht weit kommen. Den Angaben nach hatte die Polizei sein Fahrzeug in einem Wald entdeckt. Ein Spezialeinsatzkommando habe es gestürmt.
Bei einer Pressekonferenz hatte Reul zuvor gesagt, in der Wohnung des 48-jährigen Mannes in Gevelsberg gebe es klare Sprengstofffunde. Laut Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen Einzeltäter und um „Klimaterrorismus“.
Angriffe auf Energieversorgung in Brandenburg und NRW
Nach Angaben der Sicherheitsbehörden wird geprüft, ob der Mann allein gehandelt hat und ob es Verbindungen zu Vorfällen in Brandenburg gibt. Dort hatten Unbekannte am Dienstag in der Nähe des Umspannwerks Turnow-Preilack unweit des Kraftwerks Jänschwalde einen Angriff auf die Stromversorgung gestartet. Abends kam es dann zu einer Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln. In der Nähe beider Orte wurden den Behörden zufolge Abschussvorrichtungen und Pyrotechnik gefunden. Ermittelt wird wegen verfassungsfeindlicher Sabotage.
Außerdem wurde jüngst an einem Umspannwerk in Dormagen zwischen Köln und Düsseldorf ein verdächtiger Gegenstand entdeckt - laut Polizei möglicherweise eine Abschussvorrichtung. Es gibt zwei Briefe, die von dem gesuchten Mann aus Gevelsberg stammen sollen. Darin habe er die jüngsten Angriffe auf das Energienetz in Brandenburg und in Nordrhein-Westfalen für sich reklamiert, heißt es.