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Neuer Landeskommandeur will intensivere Zusammenarbeit

Das Landeskommando Sachsen-Anhalt verbindet die Bundeswehr und zivile Strukturen. Was sind die Ziele des neuen Kommandeurs? Und was sagt er zu einer möglichen Rüstungsansiedlung?

05.11.2026

Oberst Sven Jahn ist neuer Kommandeur des Landeskommandos Sachsen-Anhalt.Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Oberst Sven Jahn ist neuer Kommandeur des Landeskommandos Sachsen-Anhalt.Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

© Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Der neue Leiter des Landeskommandos Sachsen-Anhalt, Oberst Sven Jahn, setzt auf eine intensivere Zusammenarbeit der Bundeswehr mit den zivilen Strukturen in Sachsen-Anhalt. „Das Ziel muss es sein, dass wir uns kennen, dass wir verfahren können, dass wir Planungen durchführen, die dann tragen, wenn sie wirklich notwendig sind“, sagte Jahn in Magdeburg. „Vor der Krise wollen wir gemeinsam üben. Das ist so meine Idee.“ 

Jahn ist seit Monatsbeginn der neue Kommandeur des Landeskommandos Sachsen-Anhalt, schon Ende September hatte es in der Staatskanzlei einen Festakt zur Kommandoübergabe gegeben.

„Die sicherheitspolitische Lage hat sich verändert, nicht erst seit dem Krieg in der Ukraine. Wir sehen hybride Bedrohungen, wir sehen Desinformation, wir sehen Cyberangriffe, und das passiert natürlich an vulnerablen Stellen“, sagte Jahn. Diese Stellen lägen nicht an den Außengrenzen Deutschlands, es sei also nicht allein die Aufgabe der Bundeswehr, für Sicherheit zu sorgen. Vielmehr sei es „ein Zusammenspiel aller Sicherheitsorganisationen, aller Behörden mit Sicherheitsaufgaben, aber auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, sagte Jahn.

Das sagt der Kommandeur zur möglichen Rüstungsansiedlung

Zur möglichen Ansiedlung eines Rüstungsunternehmens in Sangerhausen im Landkreis Mansfeld-Südharz sagte der neue Landeskommandeur, solche Industrieunternehmen brächten eine Nähe zur Bundeswehr, sie brächten Schlüsseltechnologien mit, ob aus dem In- oder dem Ausland. Auch industriepolitisch könne das ein Thema sein. „Das ist außerhalb meines Verantwortungsbereiches, aber ich will einfach darauf hinweisen, es gibt ein paar Aspekte, die das in einem anderen Licht darstellen könnten, als wenn man singulär auf das Angriffsziel schaut“, sagte Jahn. 

Zu Befürchtungen, eine solche Rüstungsansiedlung könne ein Angriffsziel werden, sagte Jahn: „Unsere Gegner werden sich sicherlich andere Optionen erstmal suchen, um die Gesellschaft vor allem zu schwächen. Dort liegt ja vor allem der Fokus. Ich glaube zum anderen, dass wir, wenn es dazu käme, ganz hervorragend vorbereitet wären, um Angriffe abwehren zu können.“

30 Jahre Erfahrung in der Bundeswehr

Sven Jahn, Jahrgang 1978, ist seit rund 30 Jahren bei der Bundeswehr. Er absolvierte ein Studium der Staats- und Sozialwissenschaften an der Universität der Bundeswehr in München und durchlief eine Reihe von Stationen bei der Bundeswehr. Längere Zeit war er an der Schnittstelle zwischen Militär und Politik tätig, zuletzt als verteidigungspolitischer Referent der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Das Landeskommando ist die erste Ansprechstelle der Landesregierung Sachsen-Anhalt in der zivil-militärischen Zusammenarbeit, zugleich Schnittstelle zu Behörden, Blaulichtorganisationen und der Wirtschaft. Es spielt eine wichtige Rolle in der Amts- und Katastrophenhilfe. Helfer in der Not ist die Bundeswehr beispielsweise bei Hochwassern, bei großen Löscheinsätzen im Harz oder auch in der Corona-Zeit gewesen.

Seit Anfang November ist Oberst Sven Jahn neuer Landeskommandeur. Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Seit Anfang November ist Oberst Sven Jahn neuer Landeskommandeur. Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

© Klaus-Dietmar Gabbert/dpa