dpa

Neuer „Friesland“-Film: Wer stiehlt denn eine Mumie?

Die TV-Ermittler der Reihe „Friesland“ haben es dieses Mal zwar auch mit einer Mördersuche zu tun - aber erst mal müssen sie die Leiche wiederfinden, denn die wird gestohlen.

10.10.2026

Die Polizisten Henk Cassens (Maxim Mehmet) und Süher Özlügül (Sophie Dal) verfolgen eine verdächtige Spur. Michael Kötschau/ZDF/dpa

Die Polizisten Henk Cassens (Maxim Mehmet) und Süher Özlügül (Sophie Dal) verfolgen eine verdächtige Spur. Michael Kötschau/ZDF/dpa

© Michael Kötschau/ZDF/dpa

 Schafzüchter Tamme Renke ballert mit einem explosiven Gemisch auf seinem Feld rum, um vermeintliche Bodenschätze zu finden - und im Explosionskrater finden die herbeigerufenen Polizisten eine mumifizierte Leiche. Diese sorgt für ganz schön viel Wirbel in der Kleinstadt Leer, wo die ZDF-Krimireihe „Friesland“ spielt. Denn der Verstorbene wird aus dem Bestattungsinstitut gestohlen. Dabei wird der Bestatter niedergeschlagen und in einen Sarg gesperrt. Wer war die Mumie einst und warum interessieren sich so viele für sie?

Zu sehen ist der Krimi „Der letzte Häuptling“ der „Friesland“-Reihe (die mal samstags und mal mittwochs ausgestrahlt wird) am 17. Oktober um 20.15 Uhr im ZDF. Im Streamingportal ist er nun verfügbar.

Ist der Tote ein uralter friesischer Häuptling? 

Die Mumie bringt gleich einigen Menschen scheinbar Probleme: Da ist ein Grundstückserbe, der die Wiese, in der die Leiche gefunden wurde, unbedingt rasch verkaufen will. Finanzielle Interessen hat der isländische Bestatter mit schrägem Humor aber nicht. Er will den Erlös sogar spenden. 

Verkauft werden soll das Feld an ein Unternehmen, das einen Solarpark bauen möchte - die Projektleiterin kann keinen Baustopp durch archäologische Arbeiten am Feld gebrauchen und vertritt das auch vehement gegenüber den Ermittlern. Apropos Archäologe - da ist ein besonders engagierter Historiker, der mit der Leiche einen Sensationsfund wittert. Handelt es sich etwa bei der Mumie um einen uralten friesischen Häuptling? 

Und dann taucht da noch Fentje Joken (Stella Holzapfel) auf, die sich durchaus merkwürdig verhält und glaubt, dass dieser angebliche Häuptling ihr Ur-ur-ur-ur-Vorfahre sei - wodurch sie einen Erbanspruch auf das besagte Feld erhebt. Und die Frau lässt sich davon nicht abbringen: „Das Land gehört mir, und ich werde das durchsetzen, egal, wie lange das dauert - und es gibt nichts, was Sie dagegen tun können.“

Die wollen doch alle nur das Feld!

Und in den Fokus der Ermittler geraten irgendwann auch noch der Schäfer Tamme Renke und seine Frau, die das Feld gepachtet haben. Schließlich wäre es auch für sie schlecht, wenn sie die Tierweide nicht mehr nutzen könnten. 

Das wirkt alles etwas seltsam konstruiert? Klar, bei „Friesland“ handelt es sich schließlich um eine Krimi-Komödien-Reihe mit trockenem norddeutschem Humor, die auch ziemlich oft etwas überdreht wirkt. Aber diese Folge ist besonders: Auch wenn bei der Reihe in der Regel nicht großes Mitfiebern und actionreiche Spannung, sondern die Unterhaltung im Vordergrund steht, ist dieser Film düsterer als üblich - für kurze Momente sogar etwas gruselig. Passend also zum Sendetermin im Oktober nah an Halloween.

Zu Tode erschreckt

Es bleibt daher auch nicht lange bei einem Leichenfund: Die vermeintliche Mumien-Nachfahrin stirbt nachts auf dem besagten Feld, als sie sich die Fundstelle anschaut. Dort wird am nächsten Morgen ein Schwert gefunden und auf dem Smartphone der Toten befindet sich ein unscharfes Foto von einer mysteriösen Gestalt, aber die Frau hat keine äußerlichen Wunden. Wurde sie etwa zu Tode erschreckt? 

Auch der ewige Serien-Sidekick Yunus (Yunus Cumartpay) und die gerne mal mitermittelnde Apothekerin Melanie Harms (Tina Pfurr) erleben in dunklen Gassen seltsame Begegnungen. „Das Ganze kriegt eine ziemliche Eigendynamik“, urteilt Polizist Henk Cassens (Maxim Mehmet). 

Aber er und seine Kollegin Süher Özlügül (Sophie Dal) finden heraus, dass die vermeintliche Nachfahrin Fentje Joken wohl eine Betrügerin und Erbschleicherin war: „Sie hat sich von älteren Menschen adoptieren lassen. Nach deren Tod hat sie mit den Familien einen Rechtsstreit über die Erbschaft begonnen - und zwar so lange, bis die Familien mit ihr einen Vergleich geschlossen haben.“ Versucht hatte sie dies auch beim kürzlich erst verstorbenen Besitzer des besagten Feldes. 

Hat also der richtige Erbe sie umgebracht? „Och, das tut mir leid, der Schwarze Tod ist mein Alibi“, hält Jonas Schoonhoven (Pablo Konrad) humorig dagegen. Was er damit sagen will: Er hat des Nachts isländischen Schnaps getrunken. 

Nach und nach können die beiden Ermittler so all die Verwirrungen und Verstrickungen um die vielen Beteiligten aufdröseln - bis einer übrig bleibt, der sich als Dieb der Mumie herausstellt. Aber deren Mörder, den erkennen die Ermittler erst ganz am Ende - als endlich eine ordentliche gerichtsmedizinische Untersuchung herausfindet, wer „der letzte Häuptling“ nun wirklich war. Und das ist eine Überraschung.