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Närrische Spektakel - Umzüge und ausgelassene Flussfahrten

Zehntausende Narren und Zuschauer haben den Fastnachtsmontag mit wilden Sprüngen, fantasievollen Flößen und jeder Menge Gelächter gefeiert – ein Tag voller Spaß, Chaos und närrischer Überraschungen.

16.02.2026

Einen Narren kann nichts erschüttern - auch nicht Kälte.Silas Stein/dpa

Einen Narren kann nichts erschüttern - auch nicht Kälte.Silas Stein/dpa

© Silas Stein/dpa

Zehntausende Narren haben bei teilweise bewölktem Himmel und recht niedrigen Temperaturen den Fastnachtsmontag mit bunten Umzügen und Partys gefeiert. Die Höhepunkte waren unter anderem der Rottweiler Narrensprung und die „Da-Bach-na-Fahrt“ in Schramberg.

Narren springen durchs Tor 

In Rottweil strömten Reiter und Musikkapellen am frühen Morgen durch das Schwarze Tor der Stadt. Tausende Zuschauer freuten sich am Rand. Bekannt sind die Narren in Rottweil für die wilden Sprünge, die sie mit ihren Stangen vollführen. 

Seit dem frühen Morgen feiern in Rottweil die Narren.  Silas Stein/dpa

Seit dem frühen Morgen feiern in Rottweil die Narren. Silas Stein/dpa

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Schadenfreude in Schramberg

Der Fantasie keine Grenzen gesetzt haben die Narren in Schramberg (Kreis Rottweil): In geschmückten Holzzubern mit aufwendigen Aufbauten - darunter Salamander, Kamele und Flugzeuge - fuhren die Narren ausgelassen den kleinen Fluss Schiltach hinab. Bei der traditionellen „Da-Bach-na-Fahrt“ müssen die Teams eigens in den Fluss eingebaute Rutschen überwinden. Dabei sollen sie möglichst trocken bleiben – sonst drohen ihnen Schmach und der sogenannte Patschnass-Orden.

Auch in diesem Jahr zog die Veranstaltung wieder Tausende Zuschauer an. Sie feuerten die Narren an und johlten, wenn jemand ins Flüsschen fiel. Auch in zahlreichen anderen Städten des Landes wird der Fastnachtsmontag mit Umzügen gefeiert. 

Besonders am Anfang des Spektakels gingen einige Narren nicht freiwillig baden.Silas Stein/dpa

Besonders am Anfang des Spektakels gingen einige Narren nicht freiwillig baden.Silas Stein/dpa

© Silas Stein/dpa

Närrisches Treiben zieht auch Politiker an 

Grünen-Politiker Cem Özdemir, der bei der Landtagswahl am 8. März Nachfolger von Ministerpräsident und Parteikollege Winfried Kretschmann werden will, hatte laut seiner Sprecherin zur Abwechslung keine Fastnachtstermine. Kretschmann selbst blieb in seiner Heimatstadt Sigmaringen. Im Stadtteil Laiz nahmen er und seine Ehefrau Gerlinde am sogenannten Bräuteln um den Rathausbrunnen teil. Das Bräuteln ist laut der Narrenzunft Balkenstrecker nach dem Dreißigjährigen Krieg entstanden, als nach Jahren der Not und Bedrängnis die ersten Männer den Mut zur Gründung einer Familie wiederfanden und deshalb von jungen Burschen in einem Freudenumzug auf einer Stange um den Dorfbrunnen getragen wurden. 

Manuel Hagel, Landesvorsitzender der CDU Baden-Württemberg und Spitzenkandidat für die Landtagswahl saß auf der Ehrentribüne vor dem Beginn des Narrensprungs in Rottweil.

Das bunte Fastnachtstreiben zieht auch Prominenz wie den CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel an. Silas Stein/dpa

Das bunte Fastnachtstreiben zieht auch Prominenz wie den CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel an. Silas Stein/dpa

© Silas Stein/dpa

Fastnacht überwiegend traditionell geprägt 

Die Fastnacht im Südwesten ist vorwiegend traditionell geprägt. Die Narren verkörpern meist Figuren aus der Dorf- und Stadtgeschichte sowie Fabelwesen und Tiere. Zum Häs - wie das Narrenkostüm auch genannt wird - tragen sie oft kunstvoll geschnitzte Masken. An einigen Orten sind aber auch Einflüsse des rheinischen Karnevals spürbar - mit Figuren wie Prinz und Prinzessin oder Tanzgarden.