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Nah ran an Raubtiere: Sicherheitsvorkehrungen in MV

Nach einem Wolfsangriff auf ein Kind in einem Wildpark-Gehege in Brandenburg rückt die Sicherheit bei sogenannten Tierbegegnungen in den Fokus. Auch in MV gibt es Angebote.

30.10.2026

Besonders nah an Raubtiere heranzukommen, wünschen sich einige Zoo- und Wildparkbesucher. (Archivbild)Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB

Besonders nah an Raubtiere heranzukommen, wünschen sich einige Zoo- und Wildparkbesucher. (Archivbild)Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB

© Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB

Nach dem Wolfsangriff auf ein achtjähriges Mädchen in einem Tiergehege in einem brandenburgischen Wildpark haben Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern die Möglichkeit eines solchen Zwischenfalls bei sich ausgeschlossen. Der Bärenwald Müritz teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, dass Besucherinnen und Besucher zu keinem Zeitpunkt direkten Kontakt zu den Tieren haben oder sich gleichzeitig mit ihnen in einem Gehege befinden.

Extra-Programme mit Nähe zu Wildtieren

Der Wunsch von Besuchern, nah an wilde Tiere heranzukommen, wird in einigen Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern mit Extra-Programmen erfüllt. „Wir haben ein Programm, bei dem maximal zwei volljährige Personen unsere Tierpfleger einen Tag begleiten können“, berichtete die Sprecherin des Bärenwaldes. Dabei gälten strenge Sicherheitsvorkehrungen. „Bei Arbeiten im Gehege - zum Beispiel dem Verstecken von Nahrung - befinden sich die Tiere nicht im Gehege, sondern sicher im Bärenhaus.“ Der Ablauf erfolge nach einem festgelegten Sicherheitsprotokoll. 

Auch andere Zoos und Tierparks bieten derartige Programme. So können Interessierte im Wildpark Güstrow in einer Wolfshütte übernachten. Sie steht dem Wildpark zufolge mitten im Wolfsgehege - „natürlich sicher hinter dem Zaun“, wie es auf der Internetseite heißt. Im Zoo Schwerin kann man eine Tierbegegnung mit Löwe und Hyäne buchen. Im Rostocker Zoo kann man bei solch einem Programm den Eisbären ganz nah kommen - „nur durch ein Gitter getrennt“, wie es heißt.

Strenge Vorschriften

Der Zoo Schwerin verweist auf strenge Regularien bei den Tierbegegnungen mit großen Raubtieren. Es finde dabei grundsätzlich kein direkter Kontakt zwischen Besuchern und Tieren statt, erläuterte eine Sprecherin. „Die Teilnehmenden betreten zu keinem Zeitpunkt die Tieranlagen. Sie begleiten das Tiertraining aus gesicherten Tierpflegebereichen und erhalten dabei Einblicke in die Arbeit mit den Tieren.“

An diesen Begegnungen dürften maximal zwei Personen teilnehmen. Das Mindestalter betrage 16 Jahre, wobei Minderjährige von einer volljährigen Person begleitet werden müssten. „Jede Begegnung wird von zwei Mitarbeitenden begleitet, darunter mindestens eine Fachkraft aus dem zuständigen Tierpflegerevier.“ Auch die Tierpfleger betreten demnach die Gehege nie gemeinsam mit den Raubtieren.

Wolfsangriff in Brandenburg 

Ein Wolf hatte am Mittwochmorgen ein Mädchen in einem Gehege in einem Wildpark bei Baruth/Mark südlich von Berlin angegriffen. Das Kind kam schwer verletzt per Rettungshubschrauber in eine Klinik.

Die Achtjährige hatte sich laut Polizei zusammen mit zwei anderen Kindern und der Mitarbeiterin in einem Gehege befunden. „Dort wurde sie von mindestens einem Wolf angegriffen.“ Wie der Vorfall genau abgelaufen sei, sei Teil der Ermittlungen und werde nicht öffentlich mitgeteilt. Der Wildpark wurde nach dem Vorfall zunächst geschlossen.