Nach Skandal: Chef des Landesmedienzentrums räumt Posten
Teure Deko, bezuschusste Ausflüge und Ermittlungen wegen Untreue: Der Skandal am Landesmedienzentrum zog weite Kreise. Nun gibt der Direktor seinen Posten auf.
Am Landesmedienzentrum soll nach Einschätzung des Landesrechnungshofs über Jahre Steuergeld verschwendet worden sein. Uli Deck/dpa
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Nach dem Skandal um mutmaßlich verschwendete Steuergelder am Landesmedienzentrum (LMZ) räumt dessen Direktor, Michael Zieher, seinen Posten. Zieher habe beim Kultusministerium einen Antrag auf Abordnung an eine andere Institution gestellt, teilte eine Sprecherin des LMZ mit. Der Verwaltungsrat des LMZ werde sich in einer Sitzung am 5. November mit dem Antrag befassen.
Wie die „Südwestpresse“ berichtete, habe Zieher die Belegschaft in einer kurzfristig anberaumten Videokonferenz darüber informiert. Zieher geht dem Vernehmen nach nicht freiwillig. Er habe in der Schalte berichtet, dass er von Mitgliedern des LMZ-Verwaltungsrats, der aus Personen von Landesregierung und Kommunalverbänden besteht, zu dem Schritt gedrängt worden sei, schreibt die „Südwestpresse“. Wie die dpa erfuhr, werde auch Ziehers Stellvertreter eine Versetzung beantragen.
Kryptowerte für 33.000 Euro
Am Landesmedienzentrum soll nach Einschätzung des Landesrechnungshofs über Jahre Steuergeld verschwendet worden sein. Haushaltsführung und Ausgabengebaren seien teilweise hochproblematisch, schreiben die Prüfer in einem Bericht, der Mitte Juli öffentlich wurde. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue eingeleitet.
Es seien vergleichsweise teure Ausstattungsgegenstände und Dekoartikel beschafft worden, zudem seien Ausflüge großzügig bezuschusst worden. In vielen Fällen sei der dienstliche Zweck und die Notwendigkeit der Ausgaben nicht erkennbar, schreiben die Prüfer. Zudem bemängelten sie, dass das LMZ Kryptowerte für rund 33.000 Euro beschafft habe, die inzwischen weitgehend wertlos seien und deren dienstlicher Nutzen zweifelhaft sei. Im Raum steht außerdem auch ein Korruptionsverdacht wegen möglicher Verstöße gegen Vergaberegeln.
Für technische Beratung von Schulen zuständig
Das Landesmedienzentrum ist gemeinsam mit 38 Stadt- und Kreismedienzentren für die Medienbildung in Baden-Württemberg zuständig. Das LMZ bietet nach eigenen Angaben pädagogische und technische Beratung und Weiterbildung und hilft bei schulischen Netzwerken. Außerdem beraten die Zentren Schulen in technischen Fragen und verleihen Technik wie Tablets, Laptops oder Beamer.