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Schüsse auf SEK - Spurensicherung sucht mit Metalldetektoren

Es gleicht einer Suche nach der Nadel im Heuhaufen - nur dass es in diesem Fall Schnee ist. Die Verdächtigen sitzen bereits in U-Haft. Nun soll es mehr Erkenntnisse zu ihrer filmreifen Flucht geben.

29.01.2026

Die beiden Verdächtigen wurden laut Polizei bei dem Unfall in dem Fluchtauto eingeklemmt und leicht verletzt. NEWS5 / Felix Besold/NEWS5 /dpa

Die beiden Verdächtigen wurden laut Polizei bei dem Unfall in dem Fluchtauto eingeklemmt und leicht verletzt. NEWS5 / Felix Besold/NEWS5 /dpa

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Zwei Verdächtige in U-Haft, eine aufwendige Spurensuche im Schnee und viele offene Fragen - die Schüsse aus einem Fluchtauto auf ein Spezialeinsatzkommando (SEK) in der fränkischen Provinz stehen nun im Fokus der Ermittler. Die Spurensicherung der Kriminalpolizei suchte am Donnerstag nach Patronenhülsen entlang der viele Kilometer langen Fluchtstrecke. Die Bereitschaftspolizei wollte Anwohner am Einsatzort in Absberg befragen. 

Zwei Türken sitzen nach der filmreifen Verfolgungsjagd im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen in Untersuchungshaft. Das Amtsgericht Ansbach erließ nach Angaben der Polizei Haftbefehl gegen den 24-jährigen Beifahrer und mutmaßlichen Schützen wegen versuchten Totschlags und wegen Beihilfe dazu gegen den 23-jährigen Fahrer. 

Mindestens ein Schuss traf ein Polizeiauto

Nach den ersten Erkenntnissen der Polizei schoss der Beifahrer drei- bis fünfmal aus dem Fluchtauto und traf mindestens einmal einen SEK-Wagen. Genaueres soll die Suche der Spurensicherung ergeben, die sich zunächst auf zwei Stellen konzentriert, wo Schüsse fielen. 

Die Spurensicherung gehe davon aus, dass sie mehrere Stunden benötigen werde, sagte Polizeisprecher Kai Schmidt. Das Wetter erschwere den Einsatz zusätzlich. „Es hat jetzt wieder drauf geschneit.“ Mit Rechen und Schaufeln durchkämmte die Spurensicherung die Schneehaufen und suchte mit Metalldetektoren nach Patronenhülsen.

Illegaler Waffenbesitz?

Zu der Verfolgungsjagd war es am Dienstagabend gekommen, als das SEK nach Polizeiangaben drei Männer in einer Wohnung in Absberg festnehmen wollte. Es gab demnach Hinweise darauf, dass sie illegal Waffen besitzen. Die Polizei ermittelt derzeit, inwieweit die Männer einer gewaltbereiten Gruppierung angehören könnten. 

Doch wie kam das SEK auf ihre Spur? Wieso waren diese bewaffnet? Diese Fragen blieben auch am Donnerstag noch offen. „Wir können momentan aus ermittlungstaktischen Gründen keine weitere Auskunft geben“, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth, Heike Klotzbücher. Diese ermittelt zu den Hintergründen des Einsatzes.

Verfolgungsjagd über rund 20 Kilometer

Einen 30-Jährigen konnte das SEK am Dienstag in Absberg vorläufig festnehmen, die 23- und 24-Jährigen rasten in einem Auto mit niederländischer Zulassung davon. Das SEK verfolgte die beiden Verdächtigen über eine Strecke von rund 20 Kilometern, bis deren Wagen mit einem anderen Auto zusammenstieß. 

Versuchter Totschlag und Beihilfe dazu lautet der Vorwurf gegen die beiden Verdächtigen. Goppelt/Vifogra GmbH/dpa

Versuchter Totschlag und Beihilfe dazu lautet der Vorwurf gegen die beiden Verdächtigen. Goppelt/Vifogra GmbH/dpa

© Goppelt/Vifogra GmbH/dpa

Dabei wurden die Flüchtigen nach Angaben der Polizei im Auto eingeklemmt und leicht verletzt. Auch drei Polizisten verletzten sich demnach bei dem Zugriff. 

Der 30-Jährige befindet sich laut Polizei inzwischen wieder auf freiem Fuß. Es bestehe kein dringender Tatverdacht gegen den Mann bezüglich der Vorkommnisse vom Dienstag, hieß es zur Begründung von der Polizei. 

Ermittelt werde aber noch, ob er an dem Waffenbesitz und anderen möglichen Straftaten beteiligt gewesen sei, sagte Jürgen Krach von der Ansbacher Staatsanwaltschaft, die wegen der Schüsse und der Flucht ermittelt.

Nach den ersten Erkenntnissen der Polizei schoss der Beifahrer drei- bis fünfmal aus dem Fluchtauto und traf mindestens einmal einen SEK-Wagen.Marius Bulling/onw-images/dpa

Nach den ersten Erkenntnissen der Polizei schoss der Beifahrer drei- bis fünfmal aus dem Fluchtauto und traf mindestens einmal einen SEK-Wagen.Marius Bulling/onw-images/dpa

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