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Nach Rücktritt: Verbände sehen Kulturförderung in Gefahr

Wegen Verstößen bei der Fördergeldvergabe gegen Antisemitismus ist Berlins Kultursenatorin Wedl-Wilson zurückgetreten. Der Vorständin der Berliner Kulturkonferenz macht das Sorgen.

25.04.2026

Gegen Kürzungen im Kulturbereich gab es in Berlin massiven Protest. (Archivbild)Jens Kalaene/dpa

Gegen Kürzungen im Kulturbereich gab es in Berlin massiven Protest. (Archivbild)Jens Kalaene/dpa

© Jens Kalaene/dpa

Nach dem Rücktritt von Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson fordert die Vorständin der Berliner Kulturkonferenz, Franziska Stoff, rasch Stabilität an der Spitze der Kulturverwaltung. „Die Gemengelage insgesamt ist natürlich eine Gefahr für die Kulturförderung in der Stadt und für die Kultur insgesamt“, sagte sie im RBB-„Inforadio“. 

Es sei wichtig, dass jetzt Stabilität einkehre und der oder die Nachfolgerin von Wedl-Wilson für die Kultur kämpfe, gerade mit Blick auf knappe Kassen und die schwierige Haushaltslage. „Wir wollen Rücknahme von Kürzungen“, sagte Stoff. 

Stoff wollte auf Nachfrage nicht ihre persönliche Meinung zu Wedl-Wilson abgeben, betonte aber, dass „sehr, sehr viele gute Sachen“ passiert seien - „die sollte man nicht vergessen“. 

Bereits der zweite Wechsel während Wegners Amtszeit

Die Berliner Kulturkonferenz ist eigenen Angaben zufolge das größte Bündnis der Berliner Kulturverbände. Es versteht sich als direkter Ansprechpartner für Politik und Verwaltung. 

Fünf Monate vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus war Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (parteilos) am Freitag zurückgetreten. Die 56-Jährige zog damit Konsequenzen aus einem Bericht des Rechnungshofs, der die Förderung mehrerer Projekte im Bereich der Antisemitismusprävention als rechtswidrig bewertet hatte. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) muss damit bereits zum zweiten Mal während seiner Amtszeit eine Nachfolge für den Posten finden.