Nach Rücktritt: CDU-Chef wirbt bei Nachwuchs um Zusammenhalt
Die frühere Landesvorsitzende der Jungen Union ließ kein gutes Haar am Kurs der CDU und trat aus. Jetzt wirbt der Landeschef der Partei beim Nachwuchs für Zusammenhalt.
Brandenburgs CDU-Landeschef und Innenminister Jan Redmann ruft bei der Jungen Union dazu auf, auch in schwierigen Phasen nicht die Flinte ins Korn zu werfen. Michael Bahlo/dpa
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Brandenburgs CDU-Landesvorsitzender Jan Redmann hat beim Parteinachwuchs dafür geworben, der Partei trotz mancher Unzufriedenheit nicht den Rücken zu kehren. Vor wenigen Wochen war die Landesvorsitzende der Jungen Union aus Kritik am CDU-Kurs zurückgetreten.
„Ja, ich kann euch sagen, es gab Phasen, da haben wir uns in der Jungen Union (JU) für die CDU Brandenburg geschämt“, sagte Redmann, der Innenminister in Brandenburg ist, beim Brandenburg-Tag der Jungen Union in Potsdam. Aber viele hätten damals entschieden, die Flinte nicht ins Korn zu werfen, sondern weiter anzupacken.
Das führe dazu, „dass wir heute genau diese Gestaltungsoptionen in Brandenburg haben“, sagte Redmann. Er verwies auf Pläne und Erfolge der CDU in der rot-schwarzen Landesregierung in der Wirtschafts-, Bildungs- und Innenpolitik.
„Stürmische Zeiten“
Der kommissarische JU-Landesvorsitzende Carlo Wittich sprach von „stürmischen Zeiten“. „Gerade in einer Zeit, in der viele junge Menschen das Vertrauen in die etablierten politischen Strukturen verlieren, dürfen wir uns nicht weggucken“, sagte er. „Wenn Volksparteien an Rückhalt verlieren, dann liegt es an der jungen Generation innerhalb der Partei, mit attraktiven Themen junge Menschen beständig und verlässlich zu vertreten und auch mal einem Kurs entgegenzusteuern.“
Carlo Wittich hat kommissarisch den Vorsitz der Jungen Union Brandenburg.Michael Bahlo/dpa
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Die Parteijugend der CDU in Brandenburg wollte bei ihrem Brandenburg-Tag über die Reformpläne der Bundesregierung diskutieren. Ein Leitantrag lautete „Gut gedacht. Gut gemacht? Reformen auf den Prüfstand“. Die schwarz-rote Bundesregierung hat Reformpläne etwa zu Rente, Gesundheit und Steuern vorgelegt, die auch auf Kritik stoßen. Die JU Brandenburg hat nach eigenen Angaben mehr als 600 Mitglieder.
JU-Landesvorsitzende trat aus CDU aus
Ende Juli war die bisherige JU-Landesvorsitzende Laura Strohschneider zurückgetreten. Sie begründete dies mit Kritik am Spitzenpersonal und am Kurs der Bundesregierung. Sie trat auch aus der CDU aus. „Ich glaube nach allem leider nicht mehr daran, dass die CDU die Partei ist, die Deutschland „wieder nach vorne“ bringen kann“, hatte Strohschneider erklärt. Der kommissarische JU-Vorsitzende Wittich sagte der dpa vor wenigen Tagen, eine Austrittswelle gebe es nicht.